<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>

Wie viel Rente ist gerecht?

Von DIETRICH CREUTZBURG
Illustration: Mart Klein und Miriam Migliazzi

12.02.2019 · Ein halbes Dutzend Rentenreformen hat die große Koalition seit 2014 auf den Weg gebracht. Im vielbeschworenen Kampf gegen Altersarmut ist sie aber nicht weitergekommen. Daran würde eine „Respekt-Rente“ wahrscheinlich nichts ändern.

E inen der schrägsten Beiträge zur Auseinandersetzung über die nächste Rentenreform lieferte in dieser Woche der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Er spendete Bundessozialminister Hubertus Heil großes Lob für dessen Idee einer neuen Grundrente für bis zu vier Millionen Menschen. Und demonstrierte ganz nebenbei, wie wenig sich Sozialdemokraten derzeit auf Solidarität verstehen: Mit seinen Plänen, verkündete Gabriel, bringe Heil das Sozialministerium endlich „auf Kurs“ – was die frühere Sozialministerin und heutige Parteivorsitzende Andrea Nahles versäumt habe. Einen Beitrag, mehr Wähler von der Sozialkompetenz der SPD zu überzeugen, leistete Gabriel damit eher nicht.

Doch gerade darum geht es dem Sozialminister und seinen Mitstreitern an der Regierungs- und Parteispitze mit ihrem Konzept. Es gehe „um Respekt vor der Lebensarbeitsleistung und um Fairness“, versichert Heil. Deshalb werde die geplante Grundrente mit neuen Zuschlägen für Senioren, die mindestens 35 Jahre lang Sozialbeiträge gezahlt haben, eine „Respekt-Rente“ oder „Gerechtigkeitsrente“ sein. Sie soll nach seiner Vorstellung das halbe Dutzend an Rentenreformen ergänzen, das die SPD mit der Union seit der vergangenen Legislaturperiode umgesetzt hat – darunter die Rente mit 63, erhöhte Mütter- und Erwerbsminderungsrenten und eine Rechtsänderung, die beschleunigte Rentenerhöhungen für alle Senioren verspricht.

Während die Regierungskoalition über die Einzelheiten neuer „Respekt-Zuschläge“ für Rentner streitet, steht das System der Alterssicherung allerdings vor einem weiteren, sehr grundsätzlichen Problem: dem demographischen Wandel. Die geburtenstarken Jahrgänge der Wirtschaftswunderzeit steuern auf den Ruhestand zu (siehe Grafik). Die Prognosen des Sozialministeriums gehen davon aus, dass die Zahl der Rentner bis zum Jahr 2028 um 15 Prozent wächst – während die Zahl der beitragspflichtigen Arbeitnehmer, die für sie zahlen müssen, gleichzeitig um sieben Prozent sinkt.

Lauter neue Ansprüche

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

FAZ.NET komplett

: Neu

F.A.Z. Digital

F.A.Z. Premium

Quelle: Frankfurter Allgemeine Woche