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Kritiker: „Es ist unmöglich“

Indien will im August mit Corona-Impfung beginnen

Von Christoph Hein, Singapur
Aktualisiert am 05.07.2020
 - 13:19
Wann kommt die Corona-Impfung?
Während Tests normalerweise Jahre dauern, soll die Impfung am 15. August marktreif sein. Die Tests an Menschen laufen bald an. Der Plan sorgt für Kopfschütteln.

In Indien sorgt der Versuch für Aufsehen, das Corona-Medikament Covaxin in unglaublich kurzer Zeit freigeben zu wollen. Balram Bhargava, der Direktor des Indischen Rates für medizinische Forschung (ICMR) hatte in einem öffentlich gewordenen Brief angekündigt, den Impfstoff ab dem 7. Juli dieses Jahres an Menschen testen zu lassen, um ihn dann am 15. August auf den Markt zu bringen.

Der Impfstoff wird gemeinsam von ICMR und Bharat Biotech entwickelt. Er gilt als einer der Impfstoffe, dem global Potenzial nachgesagt wird. Doch dauert es normalerweise Jahre, die klinischen Tests abzuschließen: Beim Dengue-Fieber dauerten sie von 1945 bis 2019, bei Ebola etwa währen die Tests seit 1998.

„Es ist unmöglich“

Mit Blick auf Corona allerdings legt die Testgeschwindigkeit rund um die Erde zu. Derzeit gibt es auf der ganzen Welt 15 Impfstoffe in der fortgeschrittenen Entwicklung, acht davon allein von chinesischen Unternehmen. Nur ein Medikament davon, von Astra Zeneca und der Oxford Universität, hatte bis zum 20. Juni Phase 3 der Tests erreicht.

Die von Bhargava geforderte Geschwindigkeit erntete Kopfschütteln und Kritik. Kiran Mazumdar Shaw, Gründerin und Chefin des indischen Biotech-Unternehmens Biocon sagte schlicht: „Es ist unmöglich, die Phasen 1 bis 3 einer Covid-19-Impfung in sechs Wochen zu komplettieren.“

300 Millionen Dosen

Krishna Ella, Geschäftsführer von Bharat Biotech erklärte gegenüber der Agentur Reuters, das Unternehmen plane im Jahr bis zu 300 Millionen Dosen der Impfung zu produzieren, wenn die klinischen Tests erfolgreich verliefen. Im indischen Fernsehen sagte er: „Diese Impfung wird definitiv bis Dezember hier sein, wenn die Behörden uns helfen.“ Es hänge nun an den regulierenden Behörden: „Viele Länder nehmen die Abkürzung. Wenn Phase eins und zwei erfolgreich sind, können die Behörden genehmigen, die Impfung in den Markt zu lassen.“

Er betonte, dass die Freigabe anderer Impfungen durchaus zwölf bis sechzehn Jahre gedauert habe. Für die ersten beiden Phasen von Covaxin suche Bharat Biotech derzeit 1200 Freiwillige Testpersonen. Ab diesem Montag solle der Impfstoff in zwölf Krankenhäusern getestet werden.

„Angesichts der noch nie vorgekommenen Art der Covid-19-Pandemie werden auch alle andere Impfstoff-Kandidaten rund um die Erde entsprechend schnell getestet“, heißt es in einer Erklärung von ICMR. Die „höchste Ebene“ Indiens beobachte die Tests, hieß es. Angesetzt sind sie auf 30 Tage.

Das erst 1996 von Ella gegründete Unternehmen wirbt damit, 160 global gültige Patente zu halten und drei Milliarden Impfdosen hergestellt zu haben. Sein indischer Konkurrent Zydus Cadila meldete zeitgleich, das Unternehmen habe die Genehmigung für Tests an gut eintausend Versuchspersonen noch in diesem Monat in Indien erhalten.

Quelle: FAZ.NET
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Christoph Hein
Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
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