Industrie warnt

Britische Fabriken könnten wegen hoher Gaspreise schließen

09.10.2021
, 14:15
Eine Stahlfabrik in Scunthorpe
Die Gaspreise sind um 400 Prozent gestiegen. Die Industrie in Großbritannien ist deshalb in großer Sorge. Ein Treffen mit dem Wirtschaftsminister endete ohne Lösung.
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Die britische Industrie schlägt angesichts drastisch gestiegener Gaspreise Alarm. „Wenn die Regierung keine Maßnahmen ergreift, werden wir im Grunde genommen für den Stahlsektor immer mehr Produktionspausen zu bestimmten Tageszeiten sehen, und diese Pausen werden länger werden“, sagte der Generaldirektor von UK Steel, Gareth Stace, zu ITV News.

Ähnlich äußerten sich weitere Industrie-Vertreter. Eine Reihe von Maßnahmen seien jetzt notwendig, um den steigenden Preisen zu begegnen, sagte etwa der Vorsitzende der Energy Intensive Users Group (EIUG), Richard Leese, am Samstag der BBC. Dazu habe man der Regierung von Premier Boris Johnson ein „Wintermaßnahmenpaket“ mit drei Vorschlägen unterbreitet, um eine abermalige Unterbrechung der Lieferketten zu verhindern. Die Gaspreise befänden sich auf einem beispiellosen Niveau, Güterproduzenten müssten mit diesen noch nie da gewesenen Bedingungen fertig werden.

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Zu dem Paket zählten Maßnahmen zur Kostendämpfung über den Winter, zu den Netzwerkkosten innerhalb Großbritanniens und zu Notfallmaßnahmen, wenn eine energieintensive Anlage schnell abgeschaltet werden müsse, sagte Leese. Die EIUG ist ein Dachverband, der die Interessen der Industrie mit hohem Energieverbrauch vertritt. Die Organisation setzt sich nach eigenen Angaben für „gerechte und wettbewerbsfähige Energiepreise für die britische Industrie“ ein.

Treffen endet ohne Lösung

Der Generaldirektor vom Verband der Papierindustrie, Andrew Large, sagte dem Sender, er könne nicht ausschließen, dass Fabriken wegen der gestiegenen Energiekosten die Produktion aussetzen müssten. David Dalton vom Verband der Glashersteller sagte, einige Unternehmen seien nur Tage von einem Produktionsstopp entfernt.

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Am Freitag hatten führende Industrievertreter Gespräche mit Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng geführt. Diese endeten nach ihren Angaben jedoch, ohne dass konkrete Lösungen gefunden wurden.

Die Großhandelspreise für Gas sind in diesem Jahr in Europa um 400 Prozent gestiegen, teilweise wegen geringer Lagerbestände und einer starken Nachfrage aus Asien. Nicht zuletzt energieintensive Industriezweige setzt das besonders unter Druck. Auf Millionen britische Verbraucher kommen deutlich höhere Energiepreise zu.

Quelle: guth./Reuters/dpa
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