Designierte Finanzministerin

Yellen nennt China „wichtigsten strategischen Konkurrenten“

20.01.2021
, 10:22
Die künftige amerikanische Finanzministerin positioniert sich klar – zu neuen Konjunkturhilfen, zum Dollar und zu Fernost.

Die designierte amerikanische Finanzministerin Janet Yellen hat sich gegen eine gezielte Schwächung des Dollar-Kurses ausgesprochen. Die Vereinigten Staaten wollten keinen schwächeren Dollar anstreben, um Vorteile im internationalen Handel zu erzielen, versicherte Yellen während einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Senats. Sie werde auch gegen entsprechende Versuche anderer Länder vorgehen.

Die künftige Finanzministerin kündigt damit einen Wechsel in der Währungspolitik zumindest gegenüber der nun ausscheidenden Administration an. Präsident Donald Trump hatte mehrfach deutlich gemacht, gezielt einen schwächeren Dollar anzustreben, um Vorteile für die heimische Exportwirtschaft zu erreichen. Verglichen mit den teils provokanten Äußerungen der Trump-Regierung gilt die Ankündigung Yellens als ein Schritt in Richtung „normaler“ Wechselkurspolitik mit jahrzehntelanger Tradition.

In ihrem neuen Amt will Yellen mit großzügigen Maßnahmen gegen die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft ankämpfen. „Das smarteste, was wir machen können, sind große Schritte. Ich bin überzeugt, dass auf lange Sicht die Vorteile die Kosten überwiegen werden“, sagte sie.

Die ehemalige Notenbankchefin räumte ein, dass der Anstieg der Staatsverschuldung im Zuge der Pandemie schon jetzt ein Grund zur Sorge sei. Aber die Regierung müsse dafür sorgen, dass Menschen geimpft würden, Unternehmen die Krise überlebten und lokale Infrastruktur funktioniere. Ohne solche Maßnahmen, die jetzt mit Kosten verbunden seien, könnten die langfristigen Folgen für die Wirtschaft und den Staatshaushalt viel schlimmer sein, betonte sie. Der künftige Präsident Joe Biden, der am Mittwoch vereidigt wird, hat schon weitere Konjunkturmaßnahmen in Aussicht gestellt.

Yellen bezeichnete China als „wichtigsten strategischen Konkurrenten“ der Vereinigten Staaten. Wie Biden sagte sie, dass man die Herausforderungen durch China gemeinsam mit den Verbündeten der Amerikaner angehen und die eigene Wirtschaft stärker und konkurrenzfähiger machen müsse.

Bidens Vorgänger Donald Trump hatte die Vereinigten Staaten in einen Handelskrieg mit China mit einer Serie von Strafzöllen verwickelt. Yellen betonte zugleich, dass sie für ein hartes Vorgehen gegen Fehlverhalten wie etwa Produktpiraterie sei.

Quelle: FAZ.NET/dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot