FAZ plus ArtikelErste Quarz-Armbanduhr

Die Herren der Zeit hatten keine Zeit

Von Thiemo Heeg
14.04.2021
, 15:57
Das Ringen um den Hightech-Ruhm: Vor genau 50 Jahren präsentierte Junghans voller Stolz die erste deutsche Quarz-Armbanduhr. Das Rennen um die Technologie war vor allem ein Prestigeprojekt.

Mit dem Begriff Revolution sind manche Menschen schnell zur Stelle – doch für die Vermessung der Zeit war es wirklich eine. Jahrhundertelang tickten die Uhren dieser Welt mit einer Technik aus Zahnrädern und einem mechanischen Schwungsystem. In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen Elektronik und Quarzkristalle als Taktgeber ins Spiel – erst in Großuhren, dann in solchen für das Handgelenk. Was dies bedeutete, brachte die F.A.Z. im Februar 1968 ihren Leserinnen und Lesern im Wissenschaftsteil nahe: „Extrem genau“ funktionierten sie, die Quarz-Armbanduhren, die gerade entwickelt würden, hieß es dort; wesentlich exakter als die besten Zahnraduhren.

Tatsächlich stand die miniaturisierte Quarzuhr seinerzeit für weit mehr als nur für ein neues Hightech-Produkt. Sie war vielmehr ein Prestigeprojekt für Nationen, bei dem jede gern die erste sein wollte. Denn in Wissenschaft und Technik herrschte damals, auch politisch befeuert, ein eifriger Wettbewerb um Spitzenplätze. Die Frage, wer zuerst auf dem Mond landet, war im Sommer 1969 gerade von den Amerikanern beantwortet worden, da trumpfte Japan Monate später in einer irdischen Disziplin auf. Der Uhrenkonzern Seiko präsentierte am 25. Dezember 1969 die allererste Quarz-Armbanduhr überhaupt. Nur wenige Wochen später legte die schweizerische Omega mit einem eigenen Quarzmodell nach.

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Thiemo Heeg - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Thiemo Heeg
Redakteur in der Wirtschaft.
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