Kapitalflucht

Spanische Anleger ziehen ihr Geld ab

31.07.2012
, 13:25
Nach dem Hilfsantrag von Bankia haben viele Spanier das Vertrauen verloren
Die Bankenkrise in Spanien hat eine massive Kapitalflucht ausgelöst. Allein im Mai zogen Sparer, Banken und ausländische Investoren mehr als 40 Milliarden Euro ab - viermal so viel wie vor einem Jahr. In fünf Monaten verließen insgesamt mehr als 160 Milliarden Euro das Land.

Das Vertrauen der Anleger in das spanische Finanzwesen schwindet. In den ersten fünf Monaten des Jahres seien 163 Milliarden Euro aus Spanien abgezogen worden, teilte die Zentralbank in Madrid am Dienstag mit. Sowohl ausländische Investoren, als auch spanische Banken und Sparer überwiesen Geld ins Ausland. Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres hatte das Land noch einen Kapitalzufluss von 14,6 Milliarden Euro verzeichnet.

Allein im Mai hätten Investoren 41,3 Milliarden Euro außer Landes geschafft, hieß es in einem Bericht der Zentralbank. In diesem Monat hatte der spanische Sparkassenkonzern Bankia um Hilfskredite in Höhe von 19 Milliarden Euro gebeten. Daraufhin beantragte die spanische Regierung bei den Europartnern Finanzhilfen für den angeschlagenen Bankensektor in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro.


Die Lage in Spanien spitzt sich immer weiter zu. Der drastische Sparkurs der Regierung und die Massenarbeitslosigkeit drücken Spanien tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von April bis Juni um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Die spanischen Regionen haben massive Finanzprobleme und beantragen Hilfen aus einem nationalen Fonds. Die Arbeitslosigkeit in Spanien hat sich nach Angaben der EU-Statstikbehörde Eurostat weiter verschlimmert und im Juni mit 24,8 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Mehr als jeder zweite junge Spanier unter 25 Jahren ist ohne Arbeit. In dieser Altersgruppe liegt die Arbeitslosenquote bei 52,7 Prozent.

Quelle: nal. mit dpa, DAPD
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