Finanzstarke Entwicklungsbank

Die „Bank der Asiaten“ verabschiedet sich aus fossilen Brennstoffen

Von Christoph Hein, Singapur
07.05.2021
, 13:22
Die Wende der ADB trifft Asiens Politiker hart, setzen doch viele Staaten weiterhin stark auf die Kohle. Für die wachsende Zahl der Klimaaktivisten ist der Schwenk der Bank dagegen ein großer Erfolg.

Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) will die Finanzierung von Kohle, Öl- und Gasprojekten beenden. Auch große Staudämme sollten nur noch mit Zurückhaltung unterstützt werden, heißt es in ihrem am Freitag veröffentlichten Entwurf ihrer künftigen Energiepolitik. „ADB wird keine Kohleförderung oder die Suche nach Öl und Gas und deren Förderung finanzieren. ADB wird keine Kohlekraftwerke finanzieren. ADB wird sich nicht an Investitionen für die Modernisierung von Kohlekraftwerken beteiligen, die ihre Lebensspanne verlängern, außer wenn diese Kraftwerke auf saubere Brennstoffe wie Gas oder erneuerbare Energien umgestellt werden“, heißt es unter Punkt 86 des 141 Punkte umfassenden Entwurfs.

Die „Bank der Asiaten“ räumt zugleich ein, dass ihre bisherige Energie- und Klimapolitik „nicht mehr dem globalen Konsens zum Klimawandel“ entspreche. Künftig werde die Bank das Abschalten von Kohlekraftwerken unterstützen und Alternativen finanzieren. Gaskraftwerke würden nur noch dann gefördert, wenn den Menschen keinerlei Alternative zur Verfügung stünde. Immer noch leben rund 200 Millionen Asiaten ohne Strom. Die Wende trifft Asiens Politiker hart: Denn in Indien, Indonesien oder China setzen die Regierungen weiterhin auf den massiven Ausbau der Kohleverbrennung, von dem etwa Australien profitiert.

Für die wachsende Zahl der Klimaaktivisten in Asien ist der Schwenk der Bank ein großer Erfolg. Die ADB mit ihrer Finanzkraft von 80 Milliarden Dollar für Klimafinanzierung bis 2030 wird nun alternative Quellen erforschen und stark fördern. „In der Konsequenz stellt der energische Eingriff in den Energiesektor eine direkte und effektive Antwort auf den Klimawandel dar und stärkt die Widerstandskraft gegen Klimakatastrophen, eine der Prioritäten der Strategie 2030“, heißt es bei der Bank.

Quelle: FAZ.NET
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Christoph Hein
Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
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