Svenja Schulze

Umweltministerin für Weiterbau von Nord Stream 2

23.01.2021
, 12:45
Bundesumweltministerin Schulze verteidigt den Weiterbau der umstrittenen Gaspipeline Nordstream 2. Nach dem Ausstieg aus Kohlestrom und Atomkraft brauche Deutschland für einen Übergangszeitraum nun mal Erdgas.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) spricht sich für den Weiterbau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 aus. Die Entscheidung zum Bau sei vor vielen Jahren gefallen und in einem rechtsstaatlichen Verfahren genehmigt worden, sagte Schulze den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Würde das Projekt jetzt noch gestoppt, „würden wir mit Blick auf Verlässlichkeit rechtsstaatlicher Entscheidungen einiges an Porzellan zerschlagen und vermutlich in ein Klageverfahren laufen“.

„Wir werden nach dem Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom für einen Übergangszeitraum Erdgas brauchen, ehe unsere Energieversorgung mit erneuerbaren Energien komplett klimaneutral werden muss“, fügte Schulze hinzu. Deutschland habe aber kaum noch eigene Erdgas-Ressourcen und sei deshalb auf Importe angewiesen.

Nord Stream 2 führt durch die Ostsee und soll das Potenzial für russische Gaslieferungen nach Deutschland deutlich erhöhen. Befürworter sagen, dass dadurch die Sicherheit der Energieversorgung erhöht wird und die hohen Energiepreise in Deutschland gedrückt werden. In der EU ist das Projekt hingegen seit langem umstritten und auch die Vereinigten Staaten lehnen es ab. Sie würden gerne mehr von ihrem eigenen Gas in Europa verkaufen. Kritiker der Pipeline befürchten auch, dass traditionelle Transitländer wie die Ukraine geschwächt werden.

Das Europäische Parlament hatte am Donnerstag mehrheitlich gefordert, den Bau abzubrechen. Damit reagierten die Parlamentarier auf die Verhaftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny. Er war am Sonntag direkt nach seiner Rückkehr aus Deutschland in Moskau festgenommen und inhaftiert worden. In Berlin war er nach einem Giftanschlag behandelt worden, für den er den Kreml verantwortlich macht.

Quelle: schä./AFP
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