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Stromverbrauch in Deutschland

Rekordanteil von Erneuerbaren Energien

Aktualisiert am 01.04.2020
 - 12:04
Windräder an Land erzeugten von Januar bis März mehr als die Hälfte des erneuerbaren Stroms.
Nie zuvor kam so viel Strom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Energieträgern wie in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Was folgt daraus?

Erneuerbare Energieträger haben in den ersten drei Monaten dieses Jahres erstmals mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Von Januar bis März wurden im Durchschnitt rund 52 Prozent des Verbrauchs mit Wind, Sonne, Wasserkraft und anderen regenerative Energieträger erzeugt, wie Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoinlandsstromverbrauch nur rund 44 Prozent betragen.

Der deutliche Anstieg des Ökostromanteils sei Folge einer Kombination von Sondereffekten, hieß es von ZSW und BDEW. Auf einen sturmbedingten Windrekord im Februar folgte der März mit außergewöhnlich vielen Sonnenstunden. Zudem sei der Stromverbrauch um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Das sei eine Folge der vergleichsweise schwachen Konjunktur sowie des Rückgangs der Industrieproduktion aufgrund der Corona-Krise in der letzten Märzwoche. Hinzu kommt, dass der Einspeisevorrang für die Erneuerbaren zusammen mit Ende 2019 erfolgten Kraftwerksstilllegungen zu einer deutlich reduzierten Einspeisung konventioneller Energien geführt habe.

Ökostromziel 2030 so „kaum zu erreichen“

„Die Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren ist sehr erfreulich“, kommentierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die Zahlen. Es handele sich aber um eine Momentaufnahme, in die viele Sondereffekte hineinspielten. Zudem liegt der Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung mit 49 Prozent etwas niedriger als der am Stromverbrauch. Das ist dem Umstand geschuldet, dass mittels Ökostromumlage EEG erzeugte Energie bilanziell immer in Deutschland verbleibt, selbst wenn sie wie Kohlestrom exportiert wird.

Größter Ökostromlieferant waren Windräder an Land. Auf sie entfiel mehr als die Hälfte der erzeugten 77 Milliarden Kilowattstunden. Gut 11 Milliarden Kilowattstunden stammten aus Biomasse, 9 Milliarden von Windparks auf See. Die Photovoltaik (PV) steuerte rund 7 Milliarden Kilowattstunden bei, die Wasserkraft etwa 5 Milliarden. Der Rest entfiel auf Siedlungsabfälle und Geothermie.

Allerdings gab es in den vergangenen drei Monate immer wieder Phasen, in denen die Ökostromerzeugung über mehrere Stunden und Tage hinweg nur schwach war. Nach rund 70 Prozent am 1. März fiel der Erneuerbaren-Anteil fiel laut Energie-Charts des Fraunhofer-Instituts in den darauffolgenden drei Tagen auf 40, 35 und 32 Prozent. Die Verstromung von Erdgas, Stein- und Braunkohle nahm an diesen Tagen deutlich zu.

Nur zögerlich wollen die Branchenvertreter zudem aus dem Rekord im ersten Quartal ableiten, dass das von der Bundesregierung avisierte Ziel, im Jahr 2030 einen Ökostromanteil von 65 Prozent zu haben, erreicht wird. „Die Rekordzahlen stehen in scharfem Kontrast zur dramatischen Situation beim aktuellen Ausbau von Wind- und PV-Anlagen“, moniert BDEW-Hauptgeschäftsführerin Andreae. Würden die Hindernisse für einen weiteren Ausbau nicht zügig beseitigt, sei das Ökostromziel 2030 „kaum zu erreichen“. Problematisch seien auch der schleppende Netzausbau und fehlende Beiträgen zur gesicherten Leistung, zum Beispiel durch Speicher.

Erst vor wenigen Tagen hatten rund 2000 Unternehmen aus der Energiewirtschaft in einem offenen Brief an das Bundeskanzleramt zur „unverzüglichen“ Streichung des sogenannten PV-Deckels aufgerufen. Er sieht vor, dass die Ökostromförderung nach dem EEG endet, sobald – voraussichtlich in diesem Sommer – Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 52 Gigawatt installiert sind. Die Bundesregierung hatte sich auf die Abschaffung schon verständigt. Nach Informationen der F.A.Z. will sie diese aber verknüpfen mit einer neuen Abstandsregelung für Windräder, wo eine Einigung weiter aussteht.

Quelle: dpa/niza.
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