FAZ plus ArtikelImporte in die EU

Die Angst vor dem Billigsteak

Von Julia Löhr und Jessica von Blazekovic
16.11.2020
, 12:12
Die EU will Vorreiter im Klimaschutz werden. Doch nicht nur Landwirte fürchten, dass dann mehr Lebensmittel aus Ländern mit niedrigeren Standards importiert werden.

Fast anderthalb Jahre ist es her, dass die EU und die südamerikanischen Mercosur-Staaten ein umfassendes Freihandelsabkommen ausgehandelt haben. Doch noch ist es nicht in Kraft – und nach Ansicht des deutschen Bauernverbandes sollte es so weit auch nicht kommen. Grund ist der „Green Deal“ der neuen EU-Kommission und die damit verbundenen höheren Umwelt- und Tierschutzstandards. „Die heimische Erzeugung wird tendenziell durch Agrarimporte zu Dumping-Standards verdrängt“, warnt der Bauernverband in einem neuen Positionspapier, das der F.A.Z. vorliegt. Darauf habe die Handelspolitik der EU bislang keine ausreichende Antwort gefunden.

Die hiesigen Landwirte waren noch nie Anhänger von Handelsabkommen wie Mercosur, weil diese Zölle und andere Hürden für Importe in die EU senken. Im Lebensmitteleinzelhandel herrscht ein großer Preisdruck, vor allem die deutschen Verbraucher sind dafür bekannt, in erster Linie möglichst günstige Produkte zu kaufen. Auch als die EU-Kommission im vergangenen Jahr höhere Rindfleischimporte aus den Vereinigten Staaten erlaubte, waren die Bauern hierzulande alles andere als begeistert, weil sie um ihre Marktanteile fürchteten.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
Autorenporträt / Sadeler, Jessica
Jessica von Blazekovic
Redakteurin in der Wirtschaft.
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