FAZ plus ArtikelEnergiewende

Texas friert

EIN KOMMENTAR Von Winand von Petersdorff, Washington
21.02.2021
, 18:54
Es stellt sich die Frage, ob Texas und der Rest der Welt nicht stärker in Energiespender investieren müssten, die saubere Energie auch bei Wetterextremen liefern. Das könnten Batterien oder Kernkraftwerke der neuen Generation sein.

Als der Strom in Texas ausfiel, suchten viele Leute Zuflucht in ihren Autos. Laufende Standheizungen schenkten den Frierenden Wärme, die sie in ihren Häusern nicht fanden. Knapp 60 Prozent der Haushalte im Süden der Vereinigten Staaten heizen elektrisch. Millionen Texaner hatten weder Licht noch Wärme im großen Blackout. Die meisten konnten noch nicht einmal Wasser erhitzen, weil inzwischen Elektroherde in zwei Dritteln aller Küchen Gasöfen verdrängt haben.

Zahlreiche Regierungen haben sich verpflichtet, ihre Gesellschaften innerhalb der nächsten 30 Jahre klimaneutral zu machen. Die Elektrifizierung des Autoantriebs und der Wohnungen wird von vielen Experten als wesentlicher Schritt hin zu diesem Ziel gesehen. Doch der Fokus auf Strom als einziger Energiequelle vernachlässigt ein Prinzip des Risikomanagements, das die Ansammlung sämtlicher Eier in einem einzigen Korb untersagt. Läuft vom Ofen über die Zentralheizung bis zum Auto alles elektrisch, haben die Leute kaum Alternativen, wenn der Strom ausfällt. Ein Tesla mit ungeladener Batterie hätte den frierenden Texanern wenig Trost und keine Wärme spenden können.

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Quelle: F.A.Z.
Winand von Petersdorff-Campen - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitun
Winand von Petersdorff-Campen
Wirtschaftskorrespondent in Washington.
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