FAZ plus Artikel„Peak Demand“

Nach der Krise beginnt für die Ölwelt ein neues Spiel

Von Christian Siedenbiedel
02.12.2020
, 19:16
Klimaschutz, Elektroautos und ein neuer amerikanischer Präsident: Kehren die Nachfrage nach Öl in aller Welt und der Ölpreis womöglich nie wieder auf ihr Vorkrisenniveau zurück?

Warum ist Öl im Moment eigentlich nicht so billig wie in der Zeit des ersten Lockdowns? Damals gab es amerikanisches Öl der Sorte WTI zeitweise sogar zu negativen Preisen, die Nordseesorte Brent kostete weniger als 20 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Seither ist der Preis mit vielen Schwankungen gestiegen, auch wenn Brent die 50 Dollar noch nicht wieder ganz erreicht hat. Auch Benzin und Diesel an den Tankstellen in Deutschland, die Anfang November zwischenzeitlich noch mal billig geworden waren, haben im Preis angezogen: 1,22 Euro zahlt man nun im Schnitt für einen Liter Super E10, 1,08 Euro für einen Liter Diesel.

Dafür gibt es offenbar drei Gründe. Erstens ist China in der Erholung jetzt schon weiter, das spürt man nicht nur bei der Ölnachfrage, sondern auch bei der nach dem wichtigen Industriemetall Kupfer. Zweitens ist der Lockdown diesmal nicht so umfassend wie im Frühjahr. Die Benzinnachfrage hat zwar laut Mineralölwirtschaftsverband noch nicht großartig angezogen. Aber zumindest in unseren Breiten kommt witterungsbedingt ein höherer Bedarf an Heizöl dazu. Und drittens ist die Hoffnung, dass die Krise bald vorbei ist, heute viel größer als damals.

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Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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