FAZ plus Artikel10 Jahre Offshore-Windkraft

Als der Strom erstmals aus der Ostsee kam

Von Susanne Preuß, Stuttgart
01.05.2021
, 22:08
In der Ostsee.
Kurz nach Fukushima ging Deutschlands erster Offshore-Windpark ans Netz. Für den Energiekonzern ENBW war es der Anfang einer Erfolgsgeschichte.
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Die Reaktorkatastrophe von Fukushima war erst ein paar Wochen vorbei, als Angela Merkel am 2. Mai 2011 den Windpark Baltic 1 einweihte. Die Bundeskanzlerin passierte im Hubschrauber das sieben Quadratkilometer große Gebiet in der Ostsee, 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß. Baltic 1 war der erste kommerzielle Offshore-Windpark in Deutschland, und er sollte rechnerisch Strom für bis zu 50.000 Haushalte liefern – kaum vorstellbar, dass mit solchen Windparks die Energiewende gelingen könnte, die Merkel vor Augen hatte.

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Der Konzern, der Baltic 1 realisiert hatte, war zudem geographisch keineswegs prädestiniert für den Vorstoß: die Energie Baden-Württemberg AG (ENBW) aus Karlsruhe. „Die Anfangsinvestition für Baltic 1 ist noch nicht wieder eingespielt“, berichtet rückblickend Georgios Stamatelopoulos, quasi Mister Windkraft der ENBW und künftiger Technikvorstand, über das Experiment, das am Anfang öfter mal stotterte. Aber Stamatelopoulos betont lieber die Tatsache, dass der Park letztlich besser läuft als erwartet, weil auch untypische Winde vom Land in Richtung Ostsee ausgenutzt werden können. So erzielt Baltic 1 doch wenigstens schon Deckungsbeiträge – und ist für ENBW der Anfang einer Erfolgsgeschichte.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Preuss, Susanne
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
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