FAZ plus ArtikelEnergiewende

Strom wird teurer und teurer

Von Tobias Piller und Niklas Záboji
15.09.2021
, 05:47
Im September stehen die Windräder wieder öfter still: Windkraftanlage in Schleswig-Holstein
Im Großhandel ist Strom mittlerweile doppelt so teuer wie im Schnitt der Vorjahre. Nicht nur in Deutschland steigen die Preise.
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Mehr Klimaschutz ohne zu große Belastung für Bürger und Betriebe schreiben sich im Bundestagswahl praktisch alle Parteien auf die Fahnen. Doch nicht nur fossile Brennstoffe wie Erdgas und Benzin haben sich in den vergangenen Monaten stark verteuert. Auch Strom kostet im Großhandel mittlerweile doppelt so viel wie im Schnitt der Vorjahre – das ist problematisch, weil Strom „grüner“ Form künftig praktisch überall eingesetzt werden soll.

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Laut Vergleichsportalen und dem Forschungsinstitut Agora Energiewende wirft die nächste Strompreiserhöhung für Endkunden schon ihren Schatten voraus. „Da kommt eine Kostenlawine auf uns zugerollt“, warnt auch Eon-Chef Leonhard Birnbaum im Gespräch mit der F.A.Z.

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Italien klagt über hohe Energiekosten

Für Schlagzeilen sorgt in Italien der neue Umweltminister Roberto Cingolani mit der Ankündigung drastischer Preissteigerungen für Strom und Gas. Der Strompreis sei schon für das aktuelle Quartal um 20 Prozent gestiegen, nun stehe für das vierte Quartal 2021 eine weitere Steigerung um 40 Prozent bevor. Der Preis für Erdgas werde um 31 Prozent steigen, kündigte der Minister an.

Die Preissteigerungen beziehen sich auf den regulierten Strom- und Gasmarkt, der von einer Aufsichtsbehörde überwacht wird. Für das aktuelle Quartal sorgte die italienische Regierung für eine Dämpfung der Steigerung, indem sie mit einem Zuschuss von 1,2 Milliarden Euro marktfremde Kostenanteile am Strompreis übernahm. Im dritten Quartal 2021 ergab sich dann statt der eigentlich errechneten Preissteigerung von 21,6 Prozent für den Strompreis des regulierten Marktes nur eine Preissteigerung von 9,9 Prozent. Der Gaspreis wurde gegenüber dem vorausgehenden Quartal um 15,3 Prozent angehoben. Derzeit finden sich in Italiens reguliertem Strommarkt noch 43 Prozent der privaten Haushalte, im regulierten Gasmarkt noch 40 Prozent der privaten Gaskunden mit eigenem Anschluss.

Die bisherigen Preiserhöhungen 2021 dienten auch dazu, die Preise von einem Tiefstand während der Corona-Krise wieder auf das Niveau vor der Krise anzuheben. Schon im laufenden Quartal haben aber die dem Strompreis zugrunde gelegten Energiekosten einen Höchststand erreicht. Diese betrugen im dritten Quartal 2019 noch 8,9 Cent je Kilowattstunde, im laufenden Quartal schon 13,5 Cent.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Piller, Tobias (tp.)
Tobias Piller
Redakteur in der Wirtschaft.
Autorenporträt / Zaboji, Niklas
Niklas Záboji
Wirtschaftskorrespondent in Paris
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