FAZ plus ArtikelPrioritäten der Regierung

Schneller zum Erfolg im Klimaschutz

Von Ottmar Edenhofer, Veronika Grimm, Andreas Löschel, Karen Pittel und Christoph Schmidt
13.11.2021
, 08:21
 Zieht China im Klimaschutz wirklich mit? Kohle-Trucks in der mongolischen Wüste auf dem Weg zur chinesischen Grenze
Auf dem Weg zur Klimaneutralität ökonomisch stark zu bleiben ist keine einfache Aufgabe. Doch wenn die neue Bundesregierung die richtigen Prioritäten setzt, kann der große Wurf gelingen. Ein Gastbeitrag.
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Die Anforderungen an die Klimapolitik der kommenden Jahre sind immens. Die Emissionen in Deutschland sollen auf einen Pfad gebracht werden, der mit dem globalen 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens im Einklang steht. Bis zum Jahr 2045 möchte Deutschland klimaneutral sein. Ambitionierte Ziele auszurufen, bedeutet aber keineswegs, sie auch zu erreichen.

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In vielen Bereichen müssen Fortschritte hart erarbeitet werden: Es braucht eine Vervielfachung des Tempos beim Ausbau der erneuerbaren Energien, die massive Steigerung der Energieeffizienz, umfangreiche Innovationen bei sauberer Energie, Elektrifizierung, Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen sowie der Mobilität, die Entwicklung von Negativemissionstechnologien sowie die Sicherstellung des Abtransports von Kohlenstoff in die Lagerstätten unter der Nordsee und nicht zuletzt die herausfordernde Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft. Zudem sind massive Infrastrukturinvestitionen zu stemmen, von Strom- und Wasserstoffnetzen über Lade- und Tankstelleninfrastrukturen für die klimafreundliche Mobilität bis hin zu dringend notwendiger Verkehrsinfrastruktur. Darüber hinaus bedarf es einer Umstellung des globalen Energiehandels auf erneuerbare Energieträger. Es wird darum gehen, die Verlagerung von Wertschöpfung an Standorte mit guten Bedingungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien zu verdauen und im Gegenzug neue Wertschöpfung nach Deutschland und Europa zu ziehen.

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Die Autoren

Christoph M. Schmidt ist Präsident des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Professor für Wirtschaftspolitik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum und Vizepräsident von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

Ottmar Edenhofer ist Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der Technischen Universität Berlin, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und des Mercator Research Institutes on Global Commons and Climate Change (MCC).

Veronika Grimm ist Professorin für Wirtschaftstheorie an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Andreas Löschel ist Professor für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit an der Ruhr-Universität Bochum, Senior Fellow am Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald und Vorsitzender der Expertenkommission zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ der Bundesregierung.

Karen Pittel ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der LMU München, Leiterin des ifo Zentrums für Energie, Klima und Ressourcen und Ko-Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.

Quelle: F.A.Z.
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