Airbus

Verkehrte Welt in der Luftfahrt

EIN KOMMENTAR Von Christian Schubert
Aktualisiert am 13.02.2020
 - 14:48
Ein A380 von Airbus
Der Airbus-Konzern ist ausgebucht, weist aber einen mehr als doppelt so hohen Verlust wie Boeing aus. Wie kommt das?

Verkehrte Welt in der Luftfahrt: Der Airbus-Konzern ist so ausgebucht, dass er den von Boeing enttäuschten Fluggesellschaften auf absehbare Zeit kaum Gegenangebote zur kriselnden Boeing 737-Max machen kann. Anders als bei den Amerikanern verkaufen sich die europäischen Maschinen weiterhin gut. Die jüngsten Weiterentwicklungen wie der Ausbau des A321 zum Langstreckenflugzeug kommen an; die Produktion steigt. Und dennoch weist Airbus für 2019 einen mehr als doppelt so hohen Verlust wie Boeing aus. Wie kommt das? Airbus arbeitet jede Menge Altlasten ab, vor allem die Milliardenstrafe durch den Korruptionsskandal.

Allerdings tut sich beim Blick nach vorne durch die Cockpitscheiben auch nicht nur blauer Himmel auf. Im Bereich Verteidigung und Weltraum sinkt der Gewinn erheblich und erfordert Personalabbau. Die Strukturen sind gerade in der Raumfahrt noch nicht dem scharfen Wettbewerb angepasst worden.

Zudem haben sich die Exportaussichten in der Rüstung eingetrübt, weil die Bundesregierung aus politischen Gründen auf der Bremse steht. Der Militärtransporter A400M ist längst ein Milliardengrab. Somit kommt bei Airbus wenig Freude an der Boeing-Krise auf. Im eigenen Haus hat man genug zu tun.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Schubert, Christian
Christian Schubert
Wirtschaftskorrespondent in Paris.
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