FAZ plus ArtikelNord Stream 2

Die Gas-Emanzipation

EIN KOMMENTAR Von Andreas Mihm, Wien
28.01.2021
, 12:14
Der Konflikt um fast fertig gebaute Ostsee-Leitung überdeckt einen wichtigen Trend: Europas Gaswirtschaft hat sich längst unabhängiger von Russland gemacht.

In der Ostsee läuft das Endspiel um Nord Stream 2. Entschieden wird es wohl nicht in den stürmischen Gewässern um Dänemark, sondern auf Schreibtischen von Politikern, Rechtsanwälten und Konzernvorsitzenden, sei es in Washington oder Berlin. Moskau, der treibenden Kraft hinter dem Bau der 10 Milliarden Euro teuren Röhren, bleibt die Rolle des Zuschauers. Unter dem Druck der Europäischen Union hat sich der Einfluss des großen Gaslieferanten auf die Märkte in Mittel-, Südost- und Westeuropa geändert, meist zuungunsten von Wladimir Putin.

So schrumpfte der russische Gasexport nach Europa und in die Türkei im vergangenen Jahr nach Angaben von Gasprom um 14 Prozent, von 198 Milliarden auf 170 Milliarden Kubikmeter auf das Niveau von 2015. Ein Grund war die wegen Corona niedrigere Nachfrage. Doch hat der Gasexporteur Russland überproportional gelitten.

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Quelle: F.A.Z.
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
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