Corona-Krise

Wirtschaftsweise loben Krisenmanagement der Regierung

Von Svea Junge
Aktualisiert am 10.11.2020
 - 16:18
Die Mitglieder des Sachverständigenrates (von links) Monika Schnitzer, Volker Wieland, Lars Feld, Achim Truger und Veronika Grimm
In seinem Jahresgutachten findet der Sachverständigenrat für das Krisenmanagement der Bundesregierung viel Lob – es gibt aber auch Kritik. Was die konjunkturelle Erholung angeht, sind die Ökonomen optimistischer als die Bundesregierung.

Die sogenannten Wirtschaftsweisen rechnen in diesem Jahr mit einem weniger starken Rückgang der Wirtschaftsleistung als im Sommer befürchtet. Wie vorab bekannt wurde, erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) in seinem Jahresgutachten, dass die deutsche Wirtschaft 2020 infolge der Corona-Krise um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpft. Im Juni waren die fünf Ökonomen, die die Bundesregierung beraten, noch von einem Minus von 6,5 Prozent ausgegangen.

Die Sachverständigen sind damit optimistischer als die Bundesregierung, die in ihrem Herbstgutachten für dieses Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,5 Prozent prognostiziert. Für das kommende Jahr sind sie jedoch etwas zurückhaltender. Während Wirtschaftsminister Altmaier davon ausgeht, dass die Wirtschaftsleistung 2021 4,4 Prozent höher liegen wird als 2020, rechnen die Wirtschaftsweisen mit einem schwächeren Anstieg von 3,7 Prozent. Die Rückkehr der Wirtschaft zu ihrem Vorkrisenniveau im vierten Quartal 2019 wird nach Einschätzung des SVR nicht vor Anfang 2022 erfolgen.

Für das Krisenmanagement der Bundesregierung findet das Gremium lobende Worte: „Die Politik hat in der Krise rasch und entschlossen gehandelt“, heißt es in dem Gutachten, das am Mittwoch veröffentlicht wird. Das Konjunkturpaket habe der Wirtschaft einen kräftigen Wachstumsimpuls gegeben, und der flächendeckende Einsatz von Kurzarbeit dürfte größere Beschäftigungsverluste verhindert haben. Gleichwohl seien nicht alle Maßnahmen des Konjunkturpakets zielgenau. Kritik gibt es etwa an der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer: Sie führe nur teilweise zu mehr Konsum.

Wegen des jüngsten Anstiegs der Corona-Infektionszahlen und des neuen Lockdowns pausiere die Erholung im vierten Quartal, schreiben die Wirtschaftsweisen in ihrem Gutachten. Die Beschränkungen von Gastgewerbe und Kultur hätten aber, anders als im Frühjahr, geringe wirtschaftliche Folgen. Den Rückgang der Wirtschaftsleistung beziffern sie auf jeweils 0,2 Prozent in diesem und im kommenden Jahr.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Junge, Svea
Svea Junge
Redakteurin in der Wirtschaft.
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