Finanzmärkte

Euro sinkt auf Vierjahrestief unter 1,20 Dollar

04.06.2010
, 19:34
Der Euro unter Druck
An den Devisenmärkten ist der Euro abermals unter Druck geraten. Er rutschte zeitweilig auf 1,1993 Dollar - und war damit so günstig wie seit März 2006 nicht mehr. Grund sind die Unsicherheiten der Anleger wegen der Schuldenkrise im Euro-Raum.

An den Devisenmärkten ist der Euro am Freitag abermals unter Druck geraten und kostete im Vergleich zum amerikanischen Dollar so wenig wie seit vier Jahren nicht mehr. Grund für die Kursverluste sind die Unsicherheiten der Anleger bezüglich der Schuldenkrise im Euro-Raum. Für die europäische Gemeinschaftswährung mussten zeitweise nur 1,1993 Dollar gezahlt werden. Enttäuschende Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten sorgten zudem für Kursverluste an den Aktienmärkten. Gegenüber dem Schweizer Franken sank der Euro sogar bis auf ein Rekordtief von 1,38 Franken.

Devisenhändlern zufolge geriet die Gemeinschaftswährung unter Druck, als deutlich geworden sei, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) anders als in der Vergangenheit nicht zur Stützung des Euro eingegriffen habe. Während die Schuldenkrise in Europa zu steigenden Risikoaufschlägen für Anleihen aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland führte, zeigten sich Anleger zudem besorgt über die Lage in Ungarn. Das Land ist ebenfalls hoch verschuldet, Investoren fürchten ein Übergreifen der Schuldenkrise auf Länder in Osteuropa. Im Verhältnis zum Euro sank der ungarische Forint daher auf ein Jahrestief.

An den Aktienbörsen gab es am Freitag zum Teil hohe Kursverluste, nachdem in den Vereinigten Staaten neue Arbeitsmarktdaten veröffentlicht worden waren. Die Zahlen für den Monat Mai blieben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Mit zusätzlichen 431.000 Stellen war der Beschäftigungszuwachs im Mai geringer als die erwarteten 515.000 Stellen. Viele Arbeitsplätze wurden zudem lediglich für eine Volkszählung in Amerika geschaffen. Der Leitindex Dax sank nach Veröffentlichung der Daten unter die Marke von 6000 Punkten und schloss am Abend mit einem Minus von knapp 1,9 Prozent bei 5938 Punkten. Der Euro Stoxx 50 sank um rund 3 Prozent auf 2553 Punkte.

Die amerikanischen Börsen tendierten am Freitag im Minus. Die Arbeitsmarktdaten in Amerika drückten zudem auf die Rohstoffpreise. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI sank um 3 Prozent und betrug 72 Dollar je Barrel (159 Liter). Am Goldmarkt nahmen Anleger Kursgewinne mit, das Edelmetall kostete 1201 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Quelle: tim./F.A.Z.
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