Griechenlands Schuldenkrise

Öffnen die griechischen Banken am Montag?

18.06.2015
, 22:02
Die Europäische Zentralbank entscheidet, wie viel Geld die griechischen Banken bekommen und derzeit faktisch auch, wie viel Schulden der griechische Staat machen kann.
Ein hoher Direktor der Europäischen Zentralbank zweifelt offenbar, ob die Banken in Griechenland zum Wochenstart ihre Pforten öffnen. In Zentralbankkreisen heißt es, es sei 5 Sekunden vor 12.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) ist sich Insidern zufolge nicht sicher, ob die griechischen Banken am Montag öffnen können. Während der Sitzung der Euro-Finanzminister in Luxemburg hat Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem das EZB-Direktoriumsmiglied Benoit Coeuré nach Agenturberichten gefragt, ob die griechischen Banken am Freitag öffnen könnten. Coeuré habe geantwortet: „Morgen ja. Montag - ich weiß es nicht.“ Ein EZB-Sprecher wollte die Meldung gegenüber FAZ.NET nicht kommentieren.

Wegen des ungelösten Schuldenstreits und der drohenden Staatspleite Griechenlands heben immer mehr Griechen ihr Geld von den Konten ab. Griechischen Bankenkreisen zufolge zogen die Kunden allein in den ersten drei Tagen der Woche rund 2 Milliarden Euro ab. Seit Herbst haben sie mehr als 30 Milliarden von den Konten geräumt. Die Banken sind dementsprechend knapp bei Kasse. Die Europäische Zentralbank erlaubt der griechischen Notenbank, die Geldhäuser mit sogenannten Ela-Notkrediten am Leben zu halten - mittlerweile umfassen diese Kredite schon 84,1 Milliarden Euro.

„Den griechischen Banken drohen auch die Pfänder auszugehen", sagte ein Notenbanker FAZ.NET. Als Pfand (Collateral) bezeichnet man Wertpapiere, gegen deren Hinterlegung die Banken sich bei der Zentralbank refinanzieren. Es reiche ja, wenn nur eine Bank plötzlich illiquide werde. „Das löst dann einen Bankrun aus", warnte der Notenbanker. Ginge der Mittelabfluss so weiter, würden die Banken in dieser Woche bis zu 4 Milliarden Euro verlieren. „Es ist nicht mehr 5 Minuten vor 12, sondern 5 Sekunden vor 12", heißt es aus Zentralbankkreisen.

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Am Mittwoch warnte überraschend deutlich die griechische Zentralbank die Führung in Athen davor, die Gespräche scheitern zu lassen. Käme es dazu, würde das klamme Land zunächst in die Staatspleite schlittern und anschließend aus der Währungsunion fliegen und wahrscheinlich auch aus der Europäischen Union, teilte sie offiziell mit - und zog sich in der Folge den Zorn einiger Syriza-Abgeordneter zu. Der griechische Notenbankchef appellierte an die Regierung, es sei eine historische Notwendigkeit, sich mit den übrigen Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds zu einigen. Nach Ansicht der Notenbank ist ein Kompromiss in wichtigen Fragen längst gefunden und nur noch wenige Probleme müssten ausgeräumt werden.

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Quelle: ppl./ala.
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