Stimmen zur Schuldenkrise

„Nach einem Grexit wird der Euro stabiler“

19.06.2015
, 11:13
Tausende haben gestern vor dem griechischen Parlament demonstriert und die Regierung zu einem Kompromiss mit den Geldgebern aufgerufen.
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Wenn die griechische Regierung nicht einlenkt, sollte das Land lieber den Euro verlassen, sagen wichtige Vertreter der deutschen Wirtschaft. Auch Russland schaltet sich ein.
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Ein weiteres Euro-Finanzministertreffen ist am Donnerstagabend ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Kurz darauf rief EU-Ratspräsident einen Krisengipfel aus, auf dem am Montagabend nun die Staatschefs selbst im Schuldenstreit verhandeln werden - nach Ansicht vieler Beobachter ist dies die letzte Möglichkeit, eine Staatspleite des klammen Eurolandes und womöglich einen Austritt aus der Währungsunion („Grexit“) zu verhindern.

Wichtige Vertreter der deutschen Wirtschaft fordern, ein Euro-Aus Griechenlands hinzunehmen, sollte die Linksregierung in Athen nicht einlenken und die Forderungen der Geldgeber akzeptieren. Anton Börner, Präsident des einflussreichen Außenhandelsverbandes, sagte dem „Focus“: „Nach einem Grexit wird der Euro stabiler, weil das Vertrauen der Märkte in Europas Handlungsfähigkeit zurückkehrt.“ Mario Ohoven, Präsident des Mittelstandsverbandes BVMW, plädiert dafür, dass Griechenland aus der Eurozone ausscheidet, wenn Athen nicht nachgibt: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende - also Grexit“, erklärt er. Bayer -Chef Marijn Dekkers fordert eine rasche Entscheidung in den Verhandlungen, die für Jahre tragbar sei. Es stelle sich die Frage, ob das Land wirklich gerettet wäre, wenn es im Euro bliebe und es Bürgern und Unternehmen weiter schlechtgehe, sagt er der „Bild“-Zeitung.

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Russland bereit zu helfen

„Wir wünschen für Griechenland, dass es in der Euro-Zone bleibt - aber nicht um jeden Preis", sagte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico am Freitag in Bratislava: „Die Slowakei ist mental und technisch auf das Krisenszenario eines Abschieds von Griechenland aus der Euro-Zone vorbereitet.“ Fico forderte die Regierung in Athen dazu auf, "ihre Hausaufgaben zu machen".

Frankreichs Präsident Francois Hollande regte an, die Gespräche mit der Führung in Athen fortzusetzen. Es sei wichtig, dass eine Einigung EU-Recht entspreche, sagte Hollande - er selbst hatte in den vergangenen Wochen zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mehrmals mit dem griechischen Regierungschef Tsipras über die Schuldenkrise gesprochen.

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Russland ist nach Worten des stellvertretenden Ministerpräsidenten Arkadi Dworkowitsch bereit, über Finanzhilfen für Griechenland nachzudenken. „Wir werden jede Lösung zur Beilegung der griechischen Schuldenkrise unterstützen, die Griechenland und unsere europäischen Partner vorschlagen", sagte er der Nachrichtenagentur Tass zufolge im Fernsehen.

Der deutsche Kanzleramtschef Peter Altmaier versicherte, dass mit Griechenland „bis zur letzten Minute“ verhandelt werde. Allerdings müsse die griechische Regierung vernünftige Reformvorschläge präsentieren, sagt der CDU-Politiker dem Berliner Inforadio.

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Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras begrüßte derweil den anberaumten den Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Montag. Es werde eine Lösung geben, die Griechenland eine Rückkehr zu Wachstum innerhalb des Euro ermögliche, ließ er mitteilen. Tsipras hatte immer gefordert, dass der Schuldenstreit auf höchster Ebene diskutiert wird - dort ist er jetzt hochoffiziell angekommen.

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Athen in Not
Sondergipfel soll Griechenland-Krise lösen
Quelle: ala./Reuters
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