<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Sachverständigenrat

Wirtschaftsweise sehen Risiken, aber keine tiefe Rezession

Aktualisiert am 06.11.2019
 - 14:45
Puh, Glück gehabt? Kanzlerin Merkel und Mitglieder ihrer Regierung bei der Übergabe des Gutachtens. Am Mikrofon Christoph Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrates.
Der Sachverständigenrat der Bundesregierung sagt: Es braucht kein Konjunkturpaket – die Regierung gebe ohnehin schon genug aus.

Trotz Konjunkturflaute sieht der Sachverständigenrat der Bundesregierung Deutschland nicht in einem Abwärtsstrudel. „Der Aufschwung ist beendet, bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen“, erklärten die fünf Ökonomen am Mittwoch in ihrem Gutachten für die Bundesregierung. Die F.A.Z. hatte ihre Prognose gestern schon exklusiv vermeldet.

Die Wirtschaftsweisen senkten ihre Wachstumsprognose vor allem wegen der schwächelnden Industrie für 2019 auf 0,5 (bisher: 0,8) Prozent und damit auf das gleiche Niveau wie die Bundesregierung. Für nächstes Jahr erwarten die Forscher einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent und sind damit einen Tick skeptischer als die Koalition.

Kein neues Konjunkturpaket

„Ein zusätzliches Konjunkturpaket ist nicht notwendig“, heißt es in der Expertise des Sachverständigenrats. Denn die Fiskalpolitik von Union und SPD sei schon ausgabenfreudig. Die Schuldenbremse lasse Spielräume für mehr öffentliche Investitionen.

Video starten

Rezession
Wirtschaftsweise sehen keine Gefahr

Insgesamt machen die Experten aber „erhebliche“ Risiken für die Konjunktur aus. „Insbesondere eine Eskalation der Handelskonflikte würde die exportorientierte deutsche Wirtschaft empfindlich treffen.“ Wegen der trüberen Konjunktur drohen laut Wirtschaftsweisen mehr Firmenpleiten und Kreditausfälle. Der wichtige Frühindikator des Auftragseingangs der Industrie hatte am Mittwoch überraschend zum ersten Mal wieder nach oben gezeigt. Allerdings stecken mehrere wichtige Branchen, etwa der Maschinenbau und die chemische Industrie, noch immer im Abwärtstrend.

Wegen der verhaltenen Konjunkturaussichten und des Strukturwandels, der Digitalisierung und der Herausforderungen rund um den Klimawandel müsse die Politik das Wachstumspotenzial der Wirtschaft stärken, betonten die Fachleute. Wichtig seien Investitionen in Bildung, Forschung und Innovationen.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) wurde 1963 eingerichtet, um die Politik zu beraten. Vorsitzender ist der Essener Ökonom Christoph Schmidt, dessen Amtszeit im Februar 2020 ausläuft. Dem Gremium gehören außerdem Achim Truger, Lars Feld, Isabel Schnabel und Volker Wieland an. Auch Schnabel dürfte das Gremium bald verlassen, da die Bundesregierung sie für das Direktorium der Europäischen Zentralbank nominiert hat.

Quelle: bth./Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.