FAZ plus ArtikelGegen Engpässe

Die große Chip-Wette

Von Hendrik Kafsack und Stephan Finsterbusch
04.02.2022
, 17:01
Halbleiter aus Deutschland: In der Fabrik von Infineon in Regensburg
Europa will zur Weltmacht in der Chip-Produktion aufsteigen. Dafür macht die EU den Weg für milliardenschwere Staatshilfen frei. Eine industriepolitische Zeitenwende.
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Für Binnenmarktkommissar Thierry Breton hat die EU keine Wahl. „Wenn wir in den Märkten der Zukunft zu den führenden Kräften gehören wollen und nicht nur der Subunternehmer von wem auch immer sein wollen, muss die EU jetzt handeln“, sagt der Franzose im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dann müsse die EU jetzt in eigene große Halbleiterfabriken investieren, zwei, drei oder vier. „Ein Europa der Megafabriken, das den Eigenbedarf sicherstellen kann und zugleich die Weltmärkte erobern und exportieren kann.“ Dienstag wird es konkret. Dann will Breton den „EU Chips Act“ vorlegen. Mehr als 45 Milliarden Euro soll der mobilisieren, um die EU wieder zu einem Schwergewicht der Chipfertigung zu machen.

Halbleiter sind ein zentraler Baustein jeder modernen Wirtschaft. Ohne sie funktionieren weder Auto noch E-Bike, weder Kran noch Stanzmaschine und weder Staubsauger noch Rasenmäher. Die winzigen Bauteile halten ganze Industrien, und Millionen von Haushalten am Laufen. Bis 2030 soll die EU 20 Prozent der Chips auf der Welt fertigen. Dieses Ziel haben Breton und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr ausgerufen. Das ist eine enorme Herausforderung. Heute liegt der Anteil bei 10 Prozent, und der Markt wird sich bis 2030 verdoppeln. Auch soll die EU nicht irgendwelche Chips herstellen, sondern hochmoderne mit sogenannten Strukturgrößen von 5, 3 und 2 Nanometern oder noch weniger. Das ist Zehntausende Mal feiner als ein menschliches Haar.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Hendrik Kafsack
Hendrik Kafsack
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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Stephan Finsterbusch  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Stephan Finsterbusch
Redakteur in der Wirtschaft.
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