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Künstliche Intelligenz

Schlägt er Jimmy Kimmel?

 - 13:14

Jimmy Kimmel ist eine Instanz. Der amerikanische Moderator und Komiker ist weltbekannt, vor einigen Jahren schon bekam er einen Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“. Wenn in Kürze die diesjährigen Webby-Awards vergeben werden, die eine große Auszeichnung sind für besondere künstlerische Leistungen im Internet, dann tritt auch Kimmel an mit seiner Late-Night-Show „Jimmy Kimmel Live“ und einem Video, auf dem zu sehen ist, wie Berühmtheiten wie Gwyneth Paltrow Schmähungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter über sich selbst vorlesen.

Im Finale derselben Kategorie nominiert ist indes neben Kimmel auch Pierre Roquet, ein aus Frankreich stammender Künstler, der mittlerweile in Kanada lebt. Er hat ein Video kreiert über ein ganz anderes Thema, das nicht von Stars oder Komik lebt und lange Zeit nur etwas für Technik- und Science-Fiction-Fans gewesen ist: Künstliche Intelligenz. Schnellere Rechner, gewaltige verfügbare Datenmengen und bessere Software haben in den vergangenen allerdings eine neue Hoffnung erzeugt darin, was Computer einmal können werden.

„Algorithmen werden einen immer größeren Teil des Lebens einnehmen“

Klar ist aus Sicht der Fachleute: Sie werden immer mehr Fähigkeiten bekommen, die bislang den Menschen vorbehalten sind. „Ich glaube, dass wir mit Künstlicher Intelligenz in der Lage sein werden, quasi alle repetitive Arbeit den Computern zu überlassen“, sagte unlängst der deutschstämmige Internetunternehmer Sebastian Thrun gegenüber FAZ.NET.

Roquet, der im Gegensatz zu Kimmel nicht über ein großes Stammfernsehpublikum verfügt, geht in seinem für den Webby-Award nominierten Video noch einen Schritt weiter – er mischt sich in die Diskussion darüber ein, ob es einmal eine sogenannte Superintelligenz geben wird, also ein Computergehirn, das dem menschlichen in allen Belangen mindestens ebenbürtig oder überlegen ist. „7 Tage der Künstlichen Intelligenz“ heißt es, mehr als eine Million Nutzer haben es auf der Videoplattform Youtube bereits angesehen.

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Technischer Fortschritt
7 Days of Artificial Intelligence

Die Zeitspanne orientiert sich an der biblischen Schöpfungsgeschichte. In dem Video entsteht innerhalb von sieben Tagen eine Künstliche Intelligenz, deren Fähigkeiten rasant zunehmen, sich verselbständigen und menschliches Wissen und Können Stück für Stück und schließlich umfassend überragen. Außerdem wird sie sich ihrer selbst bewusst und emotional.

Roquet nennt sie Deepmind und bezieht sich dabei ausdrücklich auf die gleichnamige Tochtergesellschaft des Tech-Konzerns Alphabet (Google). Deren Tüftler um den Ausnahmeinformatiker Demis Hassabis präsentierten zuletzt mit Alphazero eine Software, die sich selbst die Strategiespiele Schach und Go beibrachte und innerhalb weniger Tage die bislang besten Programme der Welt darin besiegte. Wenn jemand tatsächlich einmal eine allgemeine Künstliche Intelligenz erschaffen kann, so sagte der langjährige Google-Chef Eric Schmidt einmal voraus, dann werde dies am ehesten diesem Unternehmen gelingen.

„Die Idee hinter dem Film war es, eine Geschichte zu erzählen über die Unausweichlichkeit, eine echte Künstliche Intelligenz zu erschaffen und die Konsequenzen einer solchen Erfindung“, äußert Roquet gegenüber FAZ.NET: „Ob wir das mögen oder nicht, Algorithmen werden einen immer größeren Teil unseres Lebens einnehmen.“ Soziale Medien und die zielgenaue Versorgung mit Nachrichten nennt er als ein Beispiel, das durchaus schon gesellschaftliche und politische Folgen hat. Solche teils „unbeabsichtigten Konsequenzen ,smarter' Algorithmen werden alltäglicher werden“, sagt er: „Das ist der Grund, aus dem ich denke, dass wir genau darüber nachdenken müssen, wie wir diese Technologie einsetzen.“

Sein Video greift dabei Elemente und einzelne Szenen aus der Science-Fiction auf, etwa aus den berühmt gewordenen Kinofilmen „2001: Odyssee im Weltraum“, „Blade Runner“, „Her“, “Minority Report“ und der aus der Feder des Ausnahmeautoren Issac Asimov stammenden Geschichte „I, Robot“. Schließlich geht es auch darum, ob und wie Menschen einmal mit Computern so verschmelzen könnten, dass sie mit einer dann fortschrittlichen Künstlichen Intelligenz mithalten.

Gemessen am derzeitigen Stand des Faches ist das zwar wesentlich Fiktion. Allerdings eine, die ganz offenkundig Stoff für mittlerweile viele Debatten liefert und zum Mit- und Weiterdenken anregt. Das gilt auch für Roquets Video, über welches übrigens noch immer abgestimmt werden kann.

Quelle: ala.
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