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Deutschland sieht
Rot, Gelb und Grün

Von FELICITAS WITTE

Ein Ernährungslogo ziert künftig die Lebensmittel hierzulande. Doch welches? Darüber sollen jetzt Verbraucher entscheiden. Dabei zeigen Studien seit Jahren: Die Ampel schneidet am besten ab. Aber die Politik zögert – sehr zum Ärger von Fachleuten.

Grün ist gesund, Rot ungesund. Das sollten die Labels für Lebensmittel klarstellen. In der Natur gilt dieses Farbspiel nicht immer. Foto: Getty

B undeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner steht derzeit nicht gut da, wenn es um wichtige Ernährungsfragen geht. Will sie es sich mit der Industrie nicht verderben? Will sie politisch ein Zeichen setzen? Oder kennt sie die wissenschaftlichen Studien nicht? Diese Fragen stellen Kritiker, wenn über die „Ernährungsampel“ diskutiert wird. Dabei sollen Lebensmittel so gekennzeichnet werden, dass Verbraucher auf einen Blick erkennen, was gesund ist und was nicht.

In dieser Disziplin hinkt Deutschland hinterher. Auf der ganzen Welt gibt es schon rund zwei Dutzend verschiedene Logos: mit Ampelfarben oder mit Sternen, als Stoppschild für ungesunde Lebensmittel oder als Haken für gesunde. Gerade werden mehr als 1600 Menschen in Deutschland gefragt, welches von vier Logos sie am besten finden. Die Ergebnisse sollen im September vorliegen und ausschlaggebend sein für Klöckners Entscheidung für ein Logo.


„Die Umfrage ist unnötig, weil wir schon aus Studien wissen, dass die Nutri-Score-Ampel eines der besten Logos ist.
HANS HAUER, Chef-Ernährungsmediziner an der Technischen Universität in München

„Die Umfrage ist unnötig, weil wir schon aus Studien wissen, dass die Nutri-Score-Ampel eines der besten Logos ist“, sagt Hans Hauner, Chef-Ernährungsmediziner an der Technischen Universität in München. „Frau Klöckner hätte die Ampel schon längst einführen sollen. So bekommen wir die ernährungsbedingten Krankheiten nie in den Griff.“ Jeder fünfte Todesfall in Europa ist nämlich auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.


Alle Ernährungslogos im Überblick

Grafik: BMEL, MRI, BLL

Die Nutri-Score-Ampel mit fünf Stufen. Das Keynote-Logo, nur „gesündere“ Lebensmittel erhalten es. Das Max-Rubner-Institut-Logo, einem vom Bundesministerium für Ernährung und Lendwirtschaft finanzierten Forschungsinstitut.Das BLL-Logo vom Lebensmittelverband Deutschland.


Herzinfarkt, Schlaganfall, Übergewicht, Krebs, Diabetes: „Häufig ließe sich das durch eine gesunde Ernährung vermeiden“, sagt Hauner. Als er im Juni zu einer Anhörung in Klöckners Ministerium eingeladen war, hat er sich wieder einmal geärgert: darüber, wie wenig nach seiner Ansicht die Politik für die Gesundheit der Bevölkerung tut. „Aufklärungskampagnen bringen nichts. Das Problem sind die ungesunden Lebensmittel, die uns ständig und überall angeboten werden – hier müssen die Maßnahmen ansetzen“, fordert der Arzt.

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Quelle: F.A.Z. Woche