<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>

Sind wir Verbraucher zu knausrig?

Von JULIA LÖHR
Illustration: Mart Klein und Miriam Migliazzi

13. Februar 2020 · Seit Monaten gehen wütende Bauern auf die Straße, das Essen ist zum hochemotionalen Thema geworden. Nun nimmt die Politik den Verbraucher ins Gebet.

Lieber die Roma-Tomaten aus Spanien oder doch die Bio-Rispentomaten aus dem deutschen Gewächshaus? Sind zehn Eier aus Freilandhaltung für 1,99 Euro moralisch noch vertretbar, oder müssen es die vom Öko-Bauernhof sein, sechs Stück für 2,99 Euro? Den spanischen Ibérico-Schinken oder den aus dem Schwarzwald, wobei: Was genau heißt das eigentlich, „Schwarzwälder Art“? Und ist es in Zeiten des Klimawandels noch erlaubt, dazu eine Melone zu kaufen? Die Cantaloupe aus Italien, die Galia aus Costa Rica oder die Honigmelone aus Brasilien? Mehr als zehntausend Produkte hält ein durchschnittlicher Supermarkt in Deutschland bereit, Regal für Regal warten neue Kaufentscheidungen auf die Verbraucher. Und am Ende steht die große Frage: Treffen wir die richtige Wahl?

Bis vor kurzem war die Antwort darauf eine rein private Angelegenheit, je nach Geschmack und Geldbeutel. Doch das hat sich geändert. Seit Monaten gehen wütende Landwirte auf die Straße, weil sie sich von der Politik, dem Handel und der Gesellschaft schlecht behandelt fühlen. Weniger Dünger, weniger Pestizide, mehr Insektenschutz, mehr artgerechte Tierhaltung – die Ansprüche an die Bauern steigen. Was nicht so sehr steigt, ist die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher im Supermarkt. Besonders Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will das nicht länger hinnehmen. Als „unanständig“ geißelt sie die Sonderangebote des Handels, und auch die Verbraucher kommen bei ihr nicht gerade gut weg. Hunderte Euro für ein neues Handy ausgeben, aber beim Essen knausern – so könne es nicht weitergehen. Ernährung ist zu einem hochpolitischen Thema geworden. Auf Klöckners Drängen bestellte vor wenigen Tagen sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Chefs der „Big Four“ zum Rapport. Gemeinsam kommen die vier führenden Handelsketten Edeka, Rewe, Lidl und Aldi auf einen Marktanteil von 85 Prozent. Jetzt sollen sie gemeinsam mit den Landwirten für mehr Wertschätzung für Lebensmittel werben.

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

FAZ.NET komplett

: Neu

F.A.Z. Woche digital

F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

Quelle: F.A.Z. Woche

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.