Festakt zum 125. Geburtstag

„Ludwig Erhards Ideen sind hochmodern“

24.01.2022
, 17:15
Eine Büste Ludwig Erhards im Ludwig-Erhard-Zentrum in Fürth.
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Der 125. Geburtstag des Vaters der Sozialen Marktwirtschaft fällt in eine Zeit großer Herausforderungen. Was würde er heute tun?
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Die Corona-Krise, der Klimawandel, der Systemwettbewerb mit China: Der 125. Geburtstag von Ludwig Erhard, dem ersten Bundeswirtschaftsminister, späteren Bundeskanzler und Vater der Sozialen Marktwirtschaft, fällt in ein Jahr, in dem die von ihm erdachte Wirtschaftsordnung auf vielen Feldern herausgefordert wird. Das wurde am Montag auch bei einem Festakt auf Einladung der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus in Erhards Heimatstadt Fürth deutlich, bei der pandemiebedingt nur wenige Gäste vor Ort sein konnten.

Der promovierte Ökonom Erhard, geboren am 4. Februar 1897, führte Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit Mut und Überzeugung und gegen viel Kritik auf einen marktwirtschaftlichen Kurs, leitete das Ende staatlicher Preissetzung und der Zwangsbewirtschaftung ein und schuf so die Grundlagen für das viel zitierte deutsche Wirtschaftswunder. „Wohlstand für alle“, so lauteten Erhards Ziel und auch der Titel seines 1957 erschienenen Buches. Um es zu erreichen, setzte der Mann mit der Zigarre auf wirtschaftliche Freiheit und die Effizienz des Marktes und des Wettbewerbs, verbunden mit einem sozialen Ausgleich. Erhards Ideen seien auch heute noch „hochmodern“, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in ei­nem virtuellen Grußwort.

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„Den Wettbewerb wieder fördern“

Wie also kann man im Sinne Erhards auf die derzeitigen Herausforderungen reagieren? Für die Politik sei es nach ei­ner Krise wie der aktuellen schwierig, aus dem Gebermodus herauszukommen, sagte Otmar Issing, der Erhard per­sönlich kannte und heute Präsident des Center for Financial Studies in Frankfurt ist. Doch jetzt müsse moderat umgesteuert und der Wettbewerb wieder gefördert werden. Sonst bestehe das Risiko, dass der Staat glaube, alles besser zu können, und den Klimaschutz zu einem „kostenträchtigen Unternehmen“ macht.

Auch der Wirtschaftswissenschaftler und frühere Sachverständigenratsvorsitzende Lars Feld mahnte: „Den Klimaschutz bewältigen wir nicht, indem wir der Stahlindustrie möglichst viele Subventionen zahlen, sondern in­dem wir auf den CO2-Preis setzen, in­ternationale Vereinbarungen und einen gewissen sozialen Ausgleich.“

Heike Göbel, Moderatorin der Po­diumsdiskussion und verantwortliche Re­dakteurin für Wirtschaftspolitik bei der F.A.Z., wollte von den Teilnehmern zudem wissen, ob Deutschland mit seiner freien Marktwirtschaft weiter gegen Chinas Industriepolitik bestehen kann. Die Antworten fielen – ganz im Geiste Erhards – recht optimistisch aus. China spiele im Moment den starken Mann, zerstöre damit aber auch die Grundlagen seines längerfristigen Erfolgs, sagte der frühere EZB-Chefökonom Issing. In einem solchen System könnten keine Innovationen entstehen. „Über die Zeit werden Demokratie und Marktwirtschaft siegen.“ Der CDU-Vizevorsitzende Carsten Linnemann formulierte es so: „Wir müssen in Deutschland nicht chinesischer werden, sondern wettbewerbsfähiger.“

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Quelle: bee.
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