New New Festival

Das sind die vielversprechendsten Start-ups von Code-N

Von Jonas Jansen, Stuttgart
09.10.2018
, 15:07
Noch fünf Sekunden bis zur Einsendefrist: Countdown zum Code-N-Wettbewerb.
Auf den Preis in dem Start-up-Wettbewerb haben sich 313 Gründer beworben. 50 von ihnen haben in Stuttgart ihre Ideen vorgestellt. 10 Finalisten kämpfen auf der Bühne um den Preis.

Daniel Greenspan hat sich immer gefragt, warum er in der Schule Deutsch gelernt hat. Auf der Bühne von Code-N nutzt der Technikvorstand des israelischen Start-ups „Sixdof Space“ sein Wissen, um die Jury zu Beginn seines Vortrags zu becircen. Die sind allerdings viel mehr daran interessiert, was sein Produkt eigentlich kann. Greenspan baut mit 15 Mitarbeitern ultraschnelles optisches Tracking, das vor allem in Virtueller Realität (VR) eingebaut werden könnte.

Die Lösung sei besonders günstig, verbrauche wenig Energie und habe eine gering Latenz. Das steht dafür, wie schnell Daten verarbeitet werden und ist vor allem bei VR-Brillen wichtig, damit den Trägern nicht schlecht wird, wenn sie sich in virtuellen Realitäten bewegen. 5 Millionen Dollar haben die Israelis eingesammelt, in sieben Jahren will das Start-up 75 Millionen Dollar umsetzen. Doch die großen Hersteller ignorieren das Start-up noch. „Die sagen, sie kennen das Problem. Ich bin überzeugt davon, dass sie unser Potential irgendwann erkennen“, sagt Greenspan.

Nach seinem zweieinhalb Minuten dauernden Vortrag, muss der Gründer ebenso lang die Fragen der Jury beantworten. Die will wissen, wer denn dann sein Produkt kaufen soll. Es gebe einige spezialisierte Hersteller, die an seinem Produkt interessiert seien, sagt Greenspan. Das bewege sich dann allerdings eher in einer Stückzahl von zehntausenden, und nicht von zehn Millionen wie bei den großen Herstellern HTC, Samsung oder Sony.

Auf Spracherkennung setzen einige der Finalisten

Etwas selbstsicherer gibt sich das deutsche Jungunternehmen Thingsthinking, die eine „semantische Plattform“ bis zum Jahr 2020 bauen will. Die Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie, sagt von sich, dass sie besonders gut darin sind, Inhalte von Sprache zu erkennen. Es sei schließlich inhaltlich ein Unterschied, ob Leonie vor Sven wegrennt, oder ob Sven Leonie jagt. 14 Jahre Forschung steckten in dem Unternehmen, das vor zwei Jahren gegründet wurde. Das Start-up verkaufe schon viele Abos und schreibe schwarze Zahlen, sagt Sven Körner nicht ohne Stolz auf der Bühne.

Den versprüht auch Lea Dänschel, die das Berliner Start-up Xain auf der Bühne bewirbt. Schließlich hat das Jungunternehmen, das aus einer Forschungsarbeit der Universität Oxford entstanden ist, erst kürzlich 6 Millionen Euro unter anderem von dem bekannten Investor Earlybird aufgenommen. Außerdme hat Xain einen Wettbewerb bei Porsche gewonnen, wobei es das erste Mal eine Blockchain-Lösung in ein Auto integriert hat. Das Start-up verbindet die Technik mit Cybersecurity, um die Zugriffe auf Geräte, Maschinen oder eben Autos in einer Zeit des Internets der Dinge zu vereinfachen und gleichzeitig sicher zu machen. Dafür kooperieren die Berliner schon mit vielen Autounternehmen, Volkswagen genauso wie Porsche und Daimler.

Die Blockchain ist allgegenwärtig

Auf Kooperation zwischen etablierten und Unternehmen, für die das „New new Festival“ in Stuttgart stark wirbt, setzt auch das ebenfalls deutsche Start-up Holo-Light. Es kooperiert mit Microsoft, das die Datenbrille Holo-Lens entwickelt hat. Holo-Light wiederum will nun bei Schulungen helfen, etwa Schulstunden aufregender machen. Wenn also im Unterricht plötzlich die Entstehung eines Vulkans oder die Knochenstruktur von Dinosauriern auf dem Tisch dargestellt werden können, wird der Inhalt viel besser aufgenommen, ist das Start-up überzeugt. Ebenso könnten etwa Chirurgen mit dem Programm an einem digitalen Gehirn für eine Operation üben.

Von Amerika über Brasilien, Israel bis Deutschland haben die Jungunternehmer in Stuttgart gezeigt, welche Ideen sie für die digitale Zukunft haben. Nun tagt die Jury. Den Gewinner erfahren Sie heute Abend zuerst auf FAZ.NET.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Jansen Jonas
Jonas Jansen
Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
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