<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Gürtel-und-Straße-Initiative

An Pekings neuer Seidenstraße verdient allein China

Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai
 - 11:34
Eine Installation der neuen Seidenstraße des chinesischen Künstlers Shuyong in Peking

Als Chinas Präsident Xi Jinping im vergangenen April in Peking das Forum seines gigantischen Außenpolitikprojekts „Gürtel- und Straße“ eröffnete, versprach er Wohlstand für alle. „Die Vorteile dieser Initiative“, schloss Xi seine Rede, „teilen wir uns alle gemeinsam.“

Was die „Gürtel- und Straße“-Initiative genau ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Manche sehen darin eine Art Marshall-Plan Pekings, mit dessen milliardenschweren Investitionen in Infrastrukturprojekte in über 150 Ländern auf der Welt sich China Abhängigkeiten schaffen will. Andere sehen in den Verträgen über den Bau von Brücken, Straßen, Häfen und vielem anderen, die allein im vergangenen Jahr einen Gesamtwert von über 130 Milliarden Dollar erreichten, vor allem den Versuch der chinesischen Regierung, für ihre Staatsunternehmen im Ausland neue Absatzmärkte zu erschließen. Schließlich wächst die Wirtschaft im Inland immer langsamer. Großes Potential, heißt es aus den Unternehmen, geben es nur noch jenseits der Landesgrenze.

Die Erkenntnisse einer Umfrage unter europäischen Unternehmen, die die Europäische Handelskammer am Donnerstag in Peking vorstellte, scheinen die These von Chinas großem Reibach mit der „Gürtel- und Straße“-Initiative zu stützen und das Versprechen Xi Jinpings ad absurdum zu führen. Von 132 befragten europäischen Unternehmen, die in China tätig sind, haben nur 20 ein Angebot für eines der Projekte abgegeben, das mit der chinesischen Initiative in Zusammenhang steht.

Angst vor einer Spaltung Europas

Von den 20 Unternehmen wiederum wurde kaum eines aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung des Projekts tätig. Vielmehr wurden die ausländischen Unternehmen von chinesischen Geschäftspartnern oder von Lokalregierungen in China zur Teilnahme gedrängt. Machten die Ausländer bei den Projekten dann mit, endeten sie fast ausnahmslos als Nebendarsteller und spielten nur „Nischenrollen“, denen nach eigener Aussage nur übrig blieb die „Brotkrumen“ aufzupicken, die liegen geblieben waren. Gemeint sei damit, so die Kammer, dass die europäischen Anbieter nur dort ihre Dienste erbringen konnten, wo die chinesischen Staatskonzerne dies nicht wollten oder konnten, wie in den Bereichen Sicherheit oder Zertifizierung.

Schon vor der Kritik der europäischen Unternehmen war die „Gürtel- und Straße“-Initiative in den vergangenen zwei Jahren weltweit in die Diskussion geraten, nachdem arme Länder durch von Pekings Staatsbanken finanzierte Projekte in wirtschaftliche Abhängigkeit geraten waren und in manchen Fällen die Schulden nur damit zurückzahlen konnten, indem sie den Chinesen das Eigentum an Infrastruktur wie zum Beispiel Häfen überschrieben.

Der Bericht der Europäischen Handelskammer beschreibt, wie eng chinesische Staatsunternehmen mit Chinas Regierung und deren diplomatischen Vertretungen zusammenarbeiten, wenn sie im Ausland investieren. So entsteht laut der Kritik unter dem Deckmantel einer für die ganze Welt offenen Infrastrukturinitiative ein geschlossener Kreislauf, in den nicht-chinesische Unternehmen kaum eindringen können.

Vor allem Staaten der Europäischen Union haben darüber hinaus kritisiert, dass China die „Gürtel- und Straße“-Projekte dazu nutze, um Europa zu spalten. In der Tat haben schon zwölf EU-Mitglieder wie Griechenland, Polen, Italien und Portugal ihre Zusammenarbeit mit Chinas Projekt angekündigt, während sich Deutschland und Frankreich bisher weigern.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Ankenbrand, Hendrik
Hendrik Ankenbrand
Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenChinaSeidenstraßeXi JinpingPeking

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.