FAZ plus ArtikelFreiwillige gegen Corona

Deutschland packt an

Von Bernd Freytag und Christian Müßgens
02.04.2020
, 13:59
Ob Notfallambulanz oder Suppenküche für kranke Obdachlose: Manche Menschen wachsen in der Krise über sich hinaus. Drei Beispiele zeigen, was mit Gemeinwohl alles möglich ist.

Donnerstagabend 20.30 Uhr, Anruf der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister will noch vorbeikommen. Erst vor wenigen Tagen hat er für Neustadt an der Weinstraße den medizinischen Notstand ausgerufen. Das einzige Krankenhaus der Kleinstadt nimmt nur noch Notfälle auf, zwei Stationen stehen unter Quarantäne, genau wie die größte Seniorenwohnanlage.

Um 21 Uhr ist der Bürgermeister da. Ob man hier ein Notfallkrankenhaus einrichten könne. „Wir zögerten keinen Augenblick“, sagt Schwester Iris Daut. „Wenn wir auf diese Weise helfen können, dann ist das jetzt unser Auftrag von Gott.“ Schwester Iris leitet das Diakonissen-Mutterhaus im Neustädter Ortsteil Lachen. Eigentlich ist es ein Gästehaus für Bibelfreizeiten und Wanderwochen, zudem leben 28 meist ältere Schwestern dauerhaft dort. Jetzt soll daraus ein Notfallkrankenhaus mit 200 Betten für Covid-19-Patienten werden. Am Freitag, schon einen Tag nach dem Besuch, rücken die Helfer an: Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Katastrophenschutz.

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

F.A.Z. PLUS:

  Sonntagszeitung plus

Diesen und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Bernd Freytag  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Bernd Freytag
Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.
Autorenporträt / Müßgens, Christian
Christian Müßgens
Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot