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Doch nicht negativ

Inflation in Europa zieht überraschend an

Von Christian Siedenbiedel
Aktualisiert am 31.07.2020
 - 11:49
Die Inflationsrate steigt: Vor allem Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich zuletzt.
Die Inflation im Euroraum steigt im Juli auf 0,4 Prozent. Offenbar macht sich ein Preisanstieg im Zuge der Lockerung bemerkbar – mit Ausnahme von Deutschland.

Die Inflation in der Eurozone hat im Juli überraschend angezogen. Die Verbraucherpreise seien um 0,4 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag mit. Analysten hatten im Schnitt mit einer Inflationsrate von 0,2 Prozent gerechnet. Manche Ökonomen hatten auch angenommen, die Inflationsrate könnte wie in Deutschland ins Negative rutschen.

Im Juni hatte die Rate bei 0,3 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat sank das Preisniveau im Juli um 0,3 Prozent. Hier war ein Rückgang um 0,5 Prozent prognostiziert worden. Im Jahresvergleich stiegen vor allem die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak. Auch die Preise von Industriegütern legten merklich zu. Deutlich gefallen sind hingegen die Energiepreise. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel stieg merklich stärker als erwartet. Sie legte von 0,8 Prozent im Vormonat auf 1,2 Prozent zu. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet.

Die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland, die auch in den europäischen Inflationszahlen zu spüren seien dürfte, wurde offenbar ausgeglichen durch einen Anstieg der Preise in Ländern wie Frankreich im Zuge der Lockerungsmaßnahmen. „Es sind starke Anstiege in Italien, Belgien und Frankreich, die den deutschen Mehrwertsteuereffekt offenbar ausgleichen“, sagte Holger Schmieding, der Chefvolkswirt des Bankhauses Berenberg, der F.A.Z. Die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar hingegen sei wohl zu gering, um mehr als 0,1 Prozentpunkte der Inflation zu erklären, meinte Schmieding.

Nach der europäischen Rechnung des Harmonisierten Verbraucherpreis-Index (HVPI), der etwas von der deutschen Rechnungsweise abweicht, lag die Inflation in Deutschland im Juli bei 0 Prozent nach 0,8 Prozent im Vormonat. In Italien stieg sie von minus 0,4 auf 0,9 Prozent, in Belgien von 0,2 auf 1,7 Prozent und in Frankreich von 0,2 auf 0,9 Prozent. Nach der deutschen Rechnung war die Inflation in Deutschland im Juli negativ bei minus 0,1 Prozent.

In Europa haben nun sechs Länder eine negative Inflationsrate. Im Juni waren es neun gewesen, im Mai sogar zwölf Länder.

Quelle: FAZ.NET
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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