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Wer forscht am Corona-Heilmittel?

Von Christian Geinitz, Berlin
16.03.2020
, 08:54
Die Arzneimittelhersteller weisen den Vorwurf zurück, zu langsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu forschen. Ein Hersteller will schon im März mit ersten Freiwilligentests beginnen.

Die Pharmaforschung wehrt sich gegen den Vorwurf, die Pandemiegefahren lange ignoriert zu haben und deshalb mit der Entwicklung von Corona-Medikamenten jetzt nicht schnell genug voran zu kommen. „Noch nie haben Pharma-Unternehmen und Forschungseinrichtungen so schnell auf einen neuen Erreger reagiert wie derzeit“, sagte der Präsident des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, Han Steutel, der F.A.Z. „Corona ist überhaupt kein guter Beleg, um das Geschäftsmodell von Pharma als untauglich zu kritisieren. Sowohl mit Impfstoffen als auch mit Medikamenten ist die Branche ausgesprochen schnell aktiv geworden.“

Zuvor hatte es geheißen, die Epidemien früherer Jahre, etwa Sars oder Mers, seien für die Pharmahersteller wirtschaftlich uninteressant gewesen, weshalb sie die Produktion von Vakzinen und antiviralen Arzneien vernachlässigt hätten. In diesem Zusammenhang war von „Marktversagen“ die Rede, verbunden mit der Aufforderung, dass der Staat eingreifen sollte. Das „British Medical Journal“ fragt in seiner aktuellen Ausgabe ganz offen: „Ist es an der Zeit, die Pharmaindustrie zu verstaatlichen?“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Geinitz, Christian
Christian Geinitz
Wirtschaftskorrespondent in Berlin
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