Nach Anstieg an Silvester

Preise für Benzin und Heizöl steigen weiter

Von Christian Siedenbiedel
13.01.2021
, 15:51
Zum neuen Jahr sind Benzin, Diesel und Heizöl deutlich teurer geworden. Trotzdem wurde der vorher erwartete Preisanstieg bislang nicht ganz erreicht. Was steckt dahinter?

Auch nach dem deutlichen Preissprung für Kraftstoffe und Heizöl zum Jahreswechsel steigen die Preise weiter. Wie der Autoklub ADAC am Mittwoch mitteilte, müssen Autofahrer für einen Liter Super E10 derzeit im Schnitt 1,348 Euro bezahlen, das sind 1,3 Cent mehr als vor einer Woche. Diesel verteuerte sich um einen Cent und auf 1,232 Euro. Hauptgrund sei der Anstieg der Rohölpreise, meint der Autoklub. Die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer und die Einführung eines CO2-Preises aus Gründen des Klimaschutzes zum Jahreswechsel seien mittlerweile eingepreist.

Zum Teil hatten die Vorhersagen für die zusätzlichen Kosten im neuen Jahr allerdings über den bislang tatsächlich zu beobachtenden gelegen. Das zeigen Zahlen des Internetportals Clever Tanken. So hatte der Liter Diesel am 31. Dezember im Bundesschnitt rund 1,16 Euro gekostet, am 11. Januar 2021 waren es rund 1,23 Euro. Das wäre also ein Preisanstieg um rund 7 Cent je Liter gewesen; vorhergesagt waren 11 Cent. Für den Liter Super E10 waren am letzten Jahrestag 2020 rund 1,27 Euro und am 11. Januar 2021 rund 1,34 Euro aufgerufen worden. Das wäre also auch ein Preisanstieg um 7 Cent je Liter, vorhergesagt waren 10 Cent.

Das könnte mehrere Gründe haben: Möglicherweise wurden die Preiserhöhungen zum Teil schon vorgezogen. Oder die Überwälzung der neuen Kosten an den Tankstellen auf die Autofahrer ist wegen der schwachen Nachfrage nicht so einfach; das könnte dann auch Auswirkungen auf den erwarten Anstieg der Inflationsrate haben. Allerdings schwanken die Kraftstoffpreise laufend, und es gab gerade zum Jahresbeginn erhebliche Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen, wie Autofahrer berichten.

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Auch der Preis für Heizöl ist seit dem Jahreswechsel weiter gestiegen, allerdings nicht sehr stark. Oliver Klapschus, Geschäftsführer beim Internetportal Heizoel24 sagte, schon Mitte Dezember hätten Ölhändler begonnen, ihre Preise wegen des anstehenden CO2-Preises und der Wiederanhebung der Mehrwertsteuer anzupassen, da sich die Regelungen auf das Liefer-, nicht das Bestelldatum bezogen.

Inzwischen mache sich bemerkbar, dass die Nachfrage nach dem teureren Heizöl gesunken sei, sie liege bei etwa einem Drittel des Vorjahresmonats. Viele Haushalte hätten sich schon vor dem Jahreswechsel mit Öl eingedeckt. Derzeit kostet Heizöl im Schnitt 56,16 Euro je 100 Liter bei der Abnahme von 3000 Litern. Anfang Dezember waren es etwa 45 Euro gewesen. Damit ist der Preis seither um rund 11 Cent je Liter gestiegen.

Der Rohölpreis ist im neuen Jahr auch weiter gestiegen und hat am Mittwoch den höchsten Stand seit Februar erreicht. Zeitweise kostete Öl der Nordseesorte Brent 57,10 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Zum Jahreswechsel waren es gut 47 Dollar gewesen. Marktbeobachter sprachen von der längsten Phase mit steigenden Ölpreisen seit fast zwei Jahren. Als Grund für den aktuellen Preisanstieg wurde auf die Entwicklung der Ölreserven in Amerika verwiesen. Am Vorabend wurde bekannt, dass der Interessenverband American Petroleum Institute vergangene Woche einen Rückgang der Öl-Lagerbestände um 5,8 Millionen Barrel verzeichnete.

Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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