Schutz jüngerer Nutzer

Alle unter 16 bekommen jetzt „private“ Tiktok-Konten

Von Bastian Benrath
13.01.2021
, 13:09
Tanzen, singen, Unsinn machen: Viele Kinder nutzen Tiktok – und Eltern werfen zunehmend skeptische Blicke auf die Videoplattform. Die steuert nun gegen und verändert die Voreinstellungen für Teenager. Eltern sollten wissen, was auf sie zukommt.

Tiktok verändert seine Voreinstellungen, um speziell jüngere Nutzer vor potentiell unerwünschten Kontakten zu schützen. So sind künftig alle Konten von Kindern und Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren in dem sozialen Videonetzwerk standardmäßig „privat“ – das bedeutet, dass nur Menschen, die das Kind als seine Follower zugelassen hat, die Videos sehen können, die es hochlädt.

Tiktok trägt damit der Tatsache Rechnung, dass seine Plattform, auf der Nutzer kurze Videos von bis zu 60 Sekunden hochladen und teilen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen beliebt ist. Im vergangenen September gab das aus China stammende Netzwerk bekannt, dass inzwischen mehr als 100 Millionen Menschen in Europa Tiktok nutzen.

Die neuen Voreinstellungen sind Teil eines Maßnahmenpakets, dass darauf abziele, höhere Standards für die Privatsphäre und Sicherheit seiner Nutzer zu erreichen, teilte Tiktok am Mittwoch mit. Dazu gehört auch, dass künftig nur noch Freunde von Nutzern zwischen 13 und 15 Jahren deren Videos kommentieren dürfen, nicht mehr jeder auf Tiktok.

Außerdem können Nutzer die Kommentarfunktion auch ganz ausschalten. Weiterhin können Videos, die Kinder und Jugendliche dieses Alters hochladen, nicht mehr von anderen heruntergeladen werden. Auch für Jugendliche im Alter von 16 und 17 wird die Download-Funktion standardmäßig ausgeschaltet – sie können sie aber manuell wieder einschalten.

Tiktok ist seinen Geschäftsbedingungen zufolge für Kinder ab 13 Jahren freigegeben, Nutzer unter 18 müssen sich nach den Regeln die Erlaubnis ihrer Eltern einholen, bevor sie sich anmelden. Jugendschützer kritisieren aber, dass die Plattform das Alter bei der Anmeldung nicht überprüft. Tiktok ruft Eltern dazu auf, die Kindersicherung im Smartphone ihres Kindes zu nutzen, sodass die Tiktok-App erst ab dem entsprechenden Alter heruntergeladen werden kann.

Das Netzwerk bietet außerdem einen sogenannten „begleiteten Modus“ an, in dem Eltern das Tiktok-Konto ihres Kindes an ihre eigene Tiktok-App binden können. Auf diese Weise können sie einstellen, was ihr Kind sehen und mit wem es kommunizieren darf.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Benrath, Bastian
Bastian Benrath
Redakteur in der Wirtschaft.
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