Tankstellen lahmgelegt

Cyberangriff auf Irans Infrastruktur

26.10.2021
, 15:27
Keine Kunden: Leere Tankstelle in Teheran.
Zunächst ist von einem „technischen Defekt“ in der landesweiten Benzinversorgung die Rede. Doch dann stellt der oberste nationale Sicherheitsrat klar: Iran ist Ziel eines Cyberangriffs geworden.
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Offiziellen Angaben zufolge ein „technischer Defekt“ das Bezahlsystem an Irans Tankstellen landesweit lahmgelegt. „Am Vormittag bekamen wir die Nachricht, dass wegen eines Softwaredefekts das Tanken mit der Subventionskarte in vielen Tankstellen landesweit nicht mehr möglich ist“, sagte ein Sprecher des Tankstellenverbands am Dienstag laut Nachrichtenagentur Isna.

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Somit können Iraner nur ohne diese Benzinkarte tanken, der Kraftstoff ist dann aber doppelt so teuer. Augenzeugen berichteten, dass sich lange Schlangen vor Tankstellen in der Hauptstadt Teheran gebildet hätten. Später bestätigte das Staatsfernsehen der manuelle Verkauf von Benzin ohne Karte sei nicht betroffen. Solange wie das kartengestützte System ausgesetzt sei, müssten Autofahrer einen teureren, nicht subventionierten Tarif zahlen.

Wer steckt hinter dem Angriff?

Da das Problem auch nach mehreren Stunden nicht behoben werden konnte, kursierten auf den sozialen Medien Spekulationen über einen Cyberangriff Israels auf die Software des Zahlungssystems der Tankstellen. Israel hat in den vergangenen Jahren mehrmals Cyberangriffe auf das Netzwerk der iranischen Atomorganisation ausgeführt, die erhebliche finanziellen Schäden verursachten.

Bloomberg zitierte wiederum die Nachrichtenagentur Fars, wonach die Störung möglicherweise mit dem bevorstehenden Jahrestag der gewalttätigen Proteste von 2019 zusammenhängt. Damals war es landesweit zu Demonstrationen gekommen, nachdem die Regierung die Kraftstoffpreise drastisch erhöht hatte.

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Quelle: mj./dpa/Bloomberg
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