Fokus auf Vollbeschäftigung

Amerikanische Notenbank tastet Zinsen nicht an

16.12.2020
, 20:59
Bis Ende des Jahres 2023 soll der Schlüsselzins weiterhin nahe Null belassen werden. Bereits zuvor hatten Experten nicht mehr damit gerechnet, dass die Fed von ihrer Politik ultra-niedriger Zinsen abrückt.

Die amerikanische Notenbank Fed signalisiert über die Corona-Krise hinaus ultra-niedrige Zinsen. Die Währungshüter gehen im Mittel davon aus, dass der Schlüsselzins noch bis Ende 2023 nahe Null gehalten wird. Sie beließen ihn am Mittwoch in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent.

Zugleich erklärten die Währungshüter um Notenbankchef Jerome Powell auf ihrer letzten Zinssitzung im Pandemie-Jahr 2020, sie seien entschlossen, die gesamte Bandbreite ihrer Instrumente zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar wollen sie solange beibehalten, bis „substantielle weitere Fortschritte“ auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind.

Die Fed musste den Kurs inmitten eines politischen Gerangels über weitere Konjunkturhilfen im Kongress abstecken. Zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass Republikaner und Demokraten sich nach langem Hin und Her auf ein 900 Milliarden Dollar schweres Hilfspaket einigen könnten. Mit steigenden Corona-Fallzahlen hat sich auch die Konjunktur-Erholung zuletzt verlangsamt.

Obwohl sich die Lage am Arbeitsmarkt zuletzt abgeschwächt hatte und der künftige Präsident Joe Biden von „einer der schlimmsten Wirtschafts- und Job-Krisen der neueren Geschichte“ sprach, hatten die meisten Experten nicht mit einer Kursänderung der Fed gerechnet. Die Notenbank hatte bereits mit drastischen Maßnahmen auf die Corona-Krise reagiert und deutlich gemacht, dass sie zunächst die Finanzpolitik bei weiteren Konjunkturhilfen in der Pflicht sieht.

Quelle: dpa/Reuters
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