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Punk an der Börse

Von Philip Plickert
14.01.2021
, 06:42
Kenny Wilson soll die Kultschuhe von Dr. Martens für drei Milliarden Pfund an die Börse bringen. Ein weiter Weg für das Unternehmen, das von der rebellischen Attitüde lebt.

Seine ersten „Docs“ hat er mit 13 Jahren gekauft. In den späten Siebzigern war das. Kenny Wilson wuchs im schottischen Aberdeen auf, in der BBC-Sendung „Top of the Pops“ sah er die Ska-Band The Specials. Sänger Terry Hall sprang mit Dr.-Martens-Schuhen auf der Bühne herum. Wilson war fasziniert und wollte auch die harten schwarzen Lederstiefel mit den gelben Nähten und der Luftpolstersohle besitzen. Er bekniete seine Eltern, bis er sich ein Paar in einem Army-Shop kaufen durfte. „Ich habe mich so cool und so tough gefühlt, obwohl ich damals gar nicht so tough war, ich war ein dünnes kleines Kind aus Schottland“, sagt er rückblickend und lächelt.

Heute besitzt Kenny Wilson zwei Dutzend „Docs“. Jetzt sind die Lederstiefel quasi seine Berufskleidung. Seit 2018 führt der 54-Jährige das Unternehmen Dr. Martens Airwair Group Ltd. mit Sitz in London im Stadtteil Camden. Seit gut sechzig Jahren stellt es die Kultschuhe her. „Und sie werden heute noch in Northamptonshire exakt so wie im ersten Jahr hergestellt“, sagt Wilson. „Der Schuh ist eine Ikone für sechs Generationen von jungen Leuten“, findet er. Im vergangenen Jahr verkaufte Doc Martens 11 Millionen Paar in gut sechzig Ländern. Wilson sieht aber noch „erhebliches globales Wachstumspotential“.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Plickert, Philip
Philip Plickert
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.
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