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Trumps Wiederwahl

Die Wette

Von Winand von Petersdorff
 - 08:52
Ein Containerschiff verlässt die Werft in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong.

Die Hoffnungen Donald Trumps auf Wiederwahl im kommenden Jahr ruhen auf der wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten. Sie sind nicht unbegründet. Selten wählen die Amerikaner einen Präsidenten ab, der noch eine Wahlperiode regieren könnte. Noch seltener schicken sie einen Präsidenten nach Hause, wenn die Volkswirtschaft brummt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent, großer Preisstabilität und einem soliden Wirtschaftswachstum im Vergleich zu dümpelnden Industrieländern wie Deutschland stehen die Vereinigten Staaten nicht schlecht da.

Allerdings sind Bremsspuren unübersehbar: Die Industrieproduktion schrumpft, die Investitionen gehen zurück. Die Impulse aus der großen Steuerreform sind verpufft. Amerikas Konjunktur wird von einem starken Arbeitsmarkt getragen, der zu einer robusten Konsumbereitschaft beiträgt. Es zeigt sich allerdings eine bemerkenswerte Diskrepanz in der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage.

Während die Konsumenten immer noch vor Zuversicht strotzen, sind die Unternehmens-Chefs pessimistisch. Die Dämpfer sind ziemlich eindeutig den Handelskonflikten zu verdanken, die Donald Trump angezettelt hat. Jeder zweite Arbeitsplatz in Amerikas Industrie hängt am Außenhandel. Für Investitionen in Fabriken und Maschinen brauchen Geldgeber Sicherheit im Handel. Sollte sich der jüngst vermeldete Rückgang der Produktivität der amerikanischen Wirtschaft in den nächsten Quartalen bestätigen, wird es brenzliger für Trump.

Auf die Gesamtkonjunktur haben die Entwicklungen bisher wenig Auswirkungen, weil die Industrie einen deutlich geringeren Anteil an Wertschöpfung hat als etwa in Deutschland. Trumps Problem liegt darin, dass die schwächelnden Branchen sich in Bundesstaaten konzentrieren, die er gewinnen muss. Er muss die Arbeiter in Michigan und Pennsylvania gewinnen und die Bauern bei der Stange halten. Denn die jüngsten Wahlen zeigen einen für Trump bedrohlichen Trend. Die wohlhabenden Vorstädte in Metropolregionen, einst eine Hochburg der Republikaner, wechseln ins demokratische Lager. Angesichts dieser Entwicklung braucht Trump einen Erfolg in den von ihm angezettelten Handelskriegen. Das macht ein Teilabkommen mit China wahrscheinlich.

Quelle: F.A.Z.
Winand von Petersdorff-Campen - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitun
Winand von Petersdorff-Campen
Wirtschaftskorrespondent in Washington.
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