FAZ plus ArtikelNachhaltigere Schifffahrt

Das Problem der ruhenden Kolosse

Von Tobias Piller, Rom
17.04.2021
, 18:30
Die Schifffahrt ist von den internationalen Klimazielen noch weit entfernt. Beispiele aus Italien zeigen aber, wohin der Weg führen könnte. Ein Problem ist, dass die Zyklen der Investitionen in dieser Branche lang sind.

Nur langsam kommen die Bemühungen voran, die Schifffahrt umweltfreundlicher zu machen. Umso mehr stechen in Italien zwei Initiativen heraus, die zunächst einmal den Häfen und den dahinterliegenden Städten Erleichterung verschaffen. Denn selbst wenn die großen Schiffe am Kai festgezurrt sind, laufen zwar nicht immer die großen Maschinen, aber meistens sogenannte Hilfsmotoren. Nur so kann der Strombedarf an Bord gedeckt werden. Bei Kreuzfahrtschiffen etwa werden zum Teil weiter die Kabinen gekühlt, natürlich auch der Proviant. Bei Frachtschiffen muss die Bordelektronik auch während des Entladens oder Beladens zur Verfügung stehen.

Die Folgen sind dramatisch, berichtet eine Studie des Stromversorgers Enel X und der italienischen Umweltorganisation Legambiente: „Ein Kreuzfahrtschiff, das zehn Stunden im Hafen liegt, produziert so viel CO2 wie 25 Mittelklasseautos in einem Jahr.“ Für Italiens wichtigsten Hafenverbund zwischen Genua und Savona wurde offiziell errechnet, dass im Hafen 80 Prozent des CO2-Ausstoßes auf die festliegenden Schiffe entfallen, 1 Prozent auf Schiffsbewegungen und 19 Prozent auf den Verkehr in den Hafenanlagen an Land.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Piller, Tobias
Tobias Piller
Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.
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