FAZ plus ArtikelBilanz der Corona-Hilfen

„Wir haben die Falschen gerettet“

Von Julia Löhr und Niklas Záboji
13.03.2021
, 09:22
Vor einem Jahr packte die Bundesregierung die Bazooka aus, um die Wirtschaft zu retten. Doch je länger die Corona-Krise dauert, desto größer werden die Zweifel, ob das gelingt.

Rangsdorf in Brandenburg: Hier scheint die Welt noch in Ordnung. Nur ein Ladenlokal steht an der Hauptstraße des 11000-Einwohner-Orts südlich von Berlin leer, die frühere Schlecker-Filiale. Der Blumenladen, das Bekleidungsgeschäft, eine Kunstgalerie, mehrere Restaurants sind dagegen alle noch da.

Doch die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke, die für die CDU das Direktmandat in diesem Wahlkreis geholt hat, sieht die anderen Geschichten. Den Plakatierer, der ein Jahr lang keine Plakate kleben konnte und jetzt lieber als Angestellter arbeitet. Den Gewerbeverein im Nachbarort, der sich auflöst. Die Besitzerin des Modeladens, die mit ein paar Click&Meet-Kunden keine 4000 Euro Monatsmiete erwirtschaften kann, geschweige denn ihren Lebensunterhalt. „Das sind Existenzen, die nach der Wende entstanden sind“, sagt Schimke, die auch Vizechefin der Mittelstandsunion ist. „Die sterben jetzt einen leisen Tod.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
Autorenporträt / Zaboji, Niklas
Niklas Záboji
Redakteur in der Wirtschaft.
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