FAZ plus ArtikelTücken bei der Auszahlung

Neue Hilfen für Selbständige

Von Jessica von Blazekovic und Julia Löhr
Aktualisiert am 13.11.2020
 - 20:21
Die Gastronomie ist erneut im Fokus der Corona-Maßnahmen. Die Folge: Zusammengestellte Stühle in einem Restaurant auf der Zeil in der Frankfurter Innanstadt.
Tausende Selbstständige können auf absehbare Zeit kaum Umsatz machen. Der Staat stockt die Hilfen weiter auf. Doch im Detail lauern viele Tücken.

Jetzt also wieder Schnitzel to go. Der Münchner Wirt Jakob Portenlänger hatte schon befürchtet, dass er seine Gäste im November wieder nur über die Theke bedienen kann. So ganz wahrhaben will er es trotzdem nicht: „Wir haben mehrere tausend Euro in die Hand genommen für Trennwände, Heizpilze und Lüftung. Wir haben alles umgesetzt, was von uns verlangt wurde. Dann zu erfahren, dass wir noch mal zumachen müssen, war schon hart.“ Der 31 Jahre alte Gastronom, der gemeinsam mit seiner Familie das bayerische Lokal Xaver’s in der Münchner Innenstadt und den Alten Wirt im Nobelvorort Grünwald betreibt, trägt es mit Fassung. Es tue ihm zwar weh, das zu sagen, aber er könne die Entscheidung der Bundesregierung nachvollziehen. „Die Regierung sagt ja nicht, dass wir schuld an den hohen Infektionszahlen sind. Aber sie will verhindern, dass die Leute rausgehen und sich mit anderen treffen. Und das macht man eben vor allem in der Gastronomie.“

Mehr als 10 Milliarden Euro hat die Bundesregierung bereitgestellt, um den Betroffenen den Großteil der während des Teil-Lockdowns im November fehlenden Umsätze zu ersetzen. Damit nicht genug: Pünktlich vor der nächsten Bund-Länder-Schaltkonferenz am 16. November haben Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag gleich auch schon die Hilfen für das kommende Jahr festgezurrt. Die Überbrückungshilfe wird von Januar bis Juni 2021 fortgeführt. Statt wie aktuell bis zu 50.000 Euro im Monat sollen Unternehmer dann sogar bis zu 200.000 Euro monatlich an Zuschüssen zu ihren Fixkosten bekommen. Zudem wird eine Art Grundeinkommen für Solo-Selbständige ohne betriebliche Fixkosten eingeführt, und zwar schon ab Dezember. 25 Prozent ihres durchschnittlichen Monatsumsatzes sollen sie pauschal bekommen, bis zu einer Höchstsumme von 5000 Euro für die sieben Monate bis Juni 2021. Die Ministerien sprechen von einer „Neustarthilfe“. Mehr als 20 Milliarden Euro soll das am Freitag beschlossene Paket kosten.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sadeler, Jessica
Jessica von Blazekovic
Redakteurin in der Wirtschaft.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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