Mutmaßliches Autokartell

Grüne wollen Sondersitzung des Verkehrsausschusses

23.07.2017
, 12:30
Oliver Krischer
Noch vor dem Dieselgipfel Anfang August soll die Bundesregierung den Verkehrsausschuss des Bundestags über die „Machenschaften des Autokartells“ informieren, verlangen die Grünen.
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Nach den Berichten über ein womöglich seit vielen Jahren bestehendes Kartell deutscher Autobauer fordern die Grünen eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag. Das Gremium müsse noch vor dem „Nationalen Forum Diesel“ in Berlin (2. August) informiert werden, sagte Verkehrsexperte Oliver Krischer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Treffen wollen Bund, Länder und Autokonzerne über konkrete Schritte gegen zu hohe Diesel-Abgaswerte beraten. Beantragt werde angesichts der weiter reichenden Kartellvorwürfe nun „eine kurzfristig einzuladende Sondersitzung für Ende Juli“, kündigte Krischer an.

Man wolle so Klarheit über die möglichen „Machenschaften des Autokartells“ bekommen, die - sollten sie sich bestätigen - „ungeheuerlich“ seien: „Das Ganze entwickelt sich zur Fortsetzung des Abgasskandals in neuer Dimension.“ Die Bundesregierung müsse das Parlament daher über den aktuellen Stand zum Thema unterrichten.

Deutsche Autohersteller stehen dem Bericht zufolge unter dem Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zu Lasten von Verbrauchern und Zulieferern. VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in einem Kartell über Technik, Kosten und Zulieferer verständigt haben, wie der „Spiegel“ meldete. Die Hersteller besprachen demnach auch die Auswahl von Lieferanten, die Preise von Bauteilen und die Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge.

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Dabei möglicherweise besonders brisant: angebliche Absprachen zur Technik für die Diesel-Abgasreinigung. Laut dem Bericht stimmten sich Daimler, BMW, Audi, Porsche und VW seit Jahren etwa darüber ab, wie groß die Tanks für Adblue sein sollten - ein Harnstoffgemisch, mit dessen Hilfe Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Weil große Tanks teurer gewesen wären, sollen sich die Firmen auf kleine Tanks geeinigt haben. Diese hätten aber später nicht ausgereicht, Abgase ausreichend zu reinigen.

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Quelle: dpa
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