FAZ plus ArtikelÖffnung der Gastronomie

Endlich wieder in den Biergarten

Von Rüdiger Köhn, Sarah Obertreis und Timo Kotowski
07.05.2021
, 07:08
Nach sechs Monaten Lockdown dürfen viele Restaurants zumindest ihre Terrassen wieder öffnen. Die Betreiber freuen sich – sie sind aber auch überfordert.

In die Freude von Alexander Urban mischt sich Ungläubigkeit. „Wir haben so viele Hoffnungen gehabt“, sagt der Betreiber des Tutzinger Biergartens am Starnberger See. „Aber wir haben auch resigniert, weil die Politik einfach unberechenbar ist.“ Eigentlich hatte er gedacht, er könne erst im Juni seinen Biergarten sowie das Restaurant wieder öffnen. Jetzt heißt es für ihn: „Nicht jammern, Ärmel hochkrempeln.“

Nur wenige Tage bleiben Urban, um bis Montag alles parat zu haben. Der Landkreis Starnberg gehört schon lange zu denjenigen Regionen mit Inzidenzen deutlich unter 100. Damit kann er zumindest den Außenbereich öffnen. Das war das letzte Mal am 31. Oktober 2020 so. In den sechs Monaten des Lockdowns hat er über einen Lieferservice wenigstens ein paar Euro hereingeholt. Der vergangene Sommer hatte nur einen Teil der Umsatzverluste aufgefangen: Am Ende des Jahres waren es immer noch 70 Prozent weniger – wie in der gesamten Branche.

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Jedes Bundesland öffnet anders

In Schleswig-Holstein dürfen die Restaurants am 17. Mai nach den Außenbereichen schon ihre Innenräume öffnen und Hotels Gäste empfangen – vorausgesetzt, dass die Inzidenz im Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt. In den anderen Bundesländern geht es mit den Öffnungen erst jetzt los: in Sachsen-Anhalt am Sonntag. In Niedersachsen dürfen am Montag Restaurants ihre Außenbereiche und Hotels für Gäste aus dem eigenen Land aufmachen, in Bayern ist am Montag die Außengastronomie und an Pfingsten dann auch die Hotellerie dran, in Baden-Württemberg soll beides erst an Pfingsten öffnen dürfen. Ähnliches haben Berlin und Brandenburg angekündigt – natürlich nur, sofern die Inzidenzen konstant unter 100 liegen. Da dies noch für keine Region in Thüringen, Bremen und Sachsen und im Saarland nur vereinzelt gilt, haben Bürgermeister und Ministerpräsidenten dort noch keine Öffnungen in Aussicht gestellt. Auch wenn die Lage in Hamburg besser ist, will man dort die Maßnahmen erst mal nicht lockern. In Rheinland-Pfalz berät die Regierung diesen Freitag über eine landesweit einheitliche Regelung für Öffnungsschritte, in Nordrhein-Westfalen und Hessen ist es in der kommenden Woche so weit. Mecklenburg-Vorpommern hat zunächst nur angekündigt, vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern die Einreise zu gestatten.

Quelle: F.A.Z.
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Rüdiger Köhn
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.
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