<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
In der Corona-Pandemie

Österreich will wieder mehr Geschäfte öffnen

Von Andreas Mihm, Wien
Aktualisiert am 03.04.2020
 - 15:17
Die Mitarbeiterin eines Lebensmittelgeschäftes in Wien desinfiziert Einkaufswagen.
Die Regierung in Wien will den „Blutkreislauf am Laufen halten“. Unternehmen, die Hilfe bekommen, dürfen keine Dividende ausschütten – und die Boni der Manager werden halbiert.

In Österreich denkt die Regierung darüber nach, bald wieder mehr Ladengeschäfte zu öffnen. Man werde Pläne für das langsame Hochfahren ab der nächsten Woche vorstellen, sagte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne).

Einen Zeitpunkt für eine mögliche Lockerung nannte er nicht. Die Regierung werde Schritt für Schritt vorgehen und überlegen, wo Geschäfte als erstes und mit Auflagen wieder geöffnet werden könnten. Dabei müsse die Ansteckungsgefahr möglichst minimiert werden können. Handelsgeschäfte hätten „gute Chancen“ früher dabei zu sein als beispielsweise große Sportveranstaltungen.

Die Lösungen sollen zusammen mit Gesundheitsfachleuten und Ökonomen entwickelt werden. Zurzeit würden die Händler darüber miteinander sprechen, sagte der Präsident der halbstaatlichen Wirtschaftskammer Harald Mahrer. Der Staat könne sich den Stillstand nicht auf Dauer leisten – nötig sei eine neue Normalität, damit die Menschen wieder ihre Kredite und Mieten zahlen können.

„Wir werden sehen, was wir nächste Woche dazu sagen können“, sagte wiederum Kogler. Oberste Maxime bleibe die Gesundheit.

Weniger Boni

Mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Drogerien und Zeitungskiosken (Trafiken) sind seit dem 16. März in Österreich alle Ladengeschäfte und Restaurants geschlossen. In Lebensmittelgeschäften, die größer als 400 Quadratmeter sind, wird das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes zur Pflicht. Seither gelten auch Ausgangsbeschränkungen.

„Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir dieser Tage sämtliche Kapazitäten gesprengt“, sagte Kogler. Der Höhepunkt der Pandemie sei noch nicht erreicht.

Die Regierung präzisierte am Freitag auch den 15 Milliarden Euro großen Nothilfefonds für Unternehmen, der Teil des 38 Milliarden Euro großen staatlichen Hilfspaketes ist. Die Hilfskredite aus dem Nothilfefonds, für die der Staat mit bis 90 Prozent haftet, sind begrenzt auf drei Monatsumsätze oder 120 Millionen Euro. Hinzu kommen kann ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von 90 Millionen Euro, der bis zu 75 Prozent der Betriebskosten abdecken soll. Es gehe darum, den Blutkreislauf hier in Österreich am Laufen zu halten, so Kogler.

Jene Unternehmen, die staatliche Hilfe in der Corona-Krise beziehen, dürfen mindestens ein Jahr lang keine Dividenden ausschütten. Kogler kündigte ferner, nach Zahlung von Staatshilfe müssten Bonuszahlungen an Manager auf die Hälfte des Vorjahresniveaus gekürzt werden.

Wirtschaftskammer-Präsident Mahrer zeigte dafür Verständnis: „Es kann sich nicht jemand mit einer staatlichen Garantie Liquidität holen, um damit Dividenden auszahlen zu können. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.“

Quelle: FAZ.NET
Andreas Mihm - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Mihm
Wirtschaftskorrespondent in Wien.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.