FAZ plus ArtikelChinas Konjunktur

Die Grenzen der Planwirtschaft

EIN KOMMENTAR Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai
17.01.2022
, 21:37
War am Montag auf dem virtuellen Weltwirtschaftsforum zu Gast: Chinas Staatschef Xi Jinping
Staatskonzerne müssen sich nicht darum kümmern, ob sich die vielen Brücken ins Nirgendwo rechnen. Der Versuch Pekings, mit mehr Planwirtschaft das Land voranzubringen, stößt an Grenzen. Was wird aus China?
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Viele Chinesen erhalten dieser Tage Anrufe der großen staatlichen Banken. Ob man einen Firmenkredit aufnehmen wolle, lautet die Frage, möglich seien eine halbe Million Yuan (70.000 Euro) zu einem attraktiven Zinssatz von 4 Prozent. Die Antwort, dass man aber gar kein Unternehmen betreibe, ist für die Anbieter billigen Gelds kein Problem. Bei der Fälschung der nötigen Dokumente könne man gerne behilflich sein.

Über den Zustand der chinesischen Wirtschaft sagt die Episode möglicherweise mehr aus als die Zahl von 8,1 Prozent, mit der sie nach Meldung des Pekinger Statistikamts im vergangenen Jahr gewachsen sein soll. Dass dies nach mehr klingt als es ist, liegt auch daran, dass Chinas Wirtschaft nur im ersten Quartal 2021 stark gewachsen war – aber nur im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres zuvor, in dem die Wirtschaft nach Ausbruch des Coronavirus in Wuhan wochenlang stillgestanden hatte. Im vierten Quartal 2021 betrug das Wachstum dann nur noch 4 Prozent.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Ankenbrand, Hendrik
Hendrik Ankenbrand
Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
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