FAZ plus ArtikelBauernproteste

So hat die Landwirtschaft eine Zukunft

EIN KOMMENTAR Von Svea Junge
30.01.2021
, 10:15
Die Landwirte klagen über die Preispolitik des Handels. Um höhere Preise zu erzielen, müssen sie sich mit ihren Produkten stärker von der Masse abgrenzen. Doch das ist mitunter gar nicht so leicht.

Das Feindbild der Landwirte ist klar umrissen: Die großen Handelsketten mit ihrer Niedrigpreispolitik sind schuld daran, dass sie immer weniger für ihre Erzeugnisse bekommen. Mit ihren Traktoren zogen die Landwirte vor die Warenlager, um ihrem Unmut Luft zu machen. Beeindruckt hat die Händler das wenig. Allen Protestaktionen und Gesprächen zum Trotz senkten sie zu Beginn des Jahres die Butterpreise. Für die Landwirte war das eine Provokation.

Was die Bauern in ihrer Empörung verkennen, ist, dass sich die Handelsketten nicht nur in einem harten Wettbewerb untereinander befinden. Es sind in erster Linie die Weltmärkte, die auf die Preise für Standardprodukte wie Milch, Schweinefleisch oder Weizen einwirken. Hatten die Schweinehalter Anfang 2020 noch vom Grassieren der Afrikanischen Schweinepest in einem wichtigen Markt wie China profitiert, leiden sie seit dem Ausbruch der Seuche in Deutschland selbst unter einem Exportverbot. Die Lücke füllen bereitwillig andere. Genau das ist der Schwachpunkt der Bauern: Sie sind austauschbar.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Junge, Svea
Svea Junge
Redakteurin in der Wirtschaft.
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