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Die gespaltenen Grünen

EIN KOMMENTAR Von Julia Löhr, Berlin
21.11.2020
, 12:20
Die Partei-Spitze beherrscht die Kunst, mit vielen Worten möglichst wenig zu sagen, längst so gut wie die Regierungsvertreter. Sie ist darauf bedacht, geschlossen und harmonisch aufzutreten. Das aber ist ein trügerisches Bild.

Vor Ort, hybrid oder digital, noch dieses Jahr oder erst im nächsten: Ob und wie in Corona-Zeiten Parteitage stattfinden, hat in den vergangenen Wochen von der CDU bis hin zur Linken rege Diskussionen ausgelöst. Nicht so bei den Grünen. Schon Anfang September entschieden sie trotz der damals noch niedrigen Infektionszahlen, den an diesem Wochenende stattfindenden Parteitag nicht in Karlsruhe, sondern online abzuhalten. Ihr Vorteil: Im Gegensatz zu anderen Parteien müssen sie keine neuen Vorsitzenden wählen, sondern nur ein Grundsatzprogramm verabschieden, das im Wesentlichen seit Monaten steht.

Doch auch jenseits solcher organisatorischen Fragen war von den Grünen zuletzt wenig zu hören – was bedauerlich ist. Zur Corona-Krisenpolitik der Bundesregierung kam von ihnen kaum ein kritisches Wort, obwohl sich die Grünen neben dem Klimaschutz eigentlich auch das Verteidigen von Freiheitsrechten auf die Fahnen schreiben. Von den zahlreichen Fernsehauftritten der Parteichefs Annalena Baerbock und Robert Habeck bleibt vor allem eines hängen: dass sie die Kunst, mit vielen Worten möglichst wenig zu sagen, längst ebenso gut beherrschen wie die Vertreter der Regierungsparteien.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Löhr, Julia
Julia Löhr
Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
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