Mangel an Baugrund

Regierung verfehlt ihr Ziel für Neubauten weit

21.03.2019
, 14:23
Baustelle für Wohnhäuser in Hamburg
Die Bundesregierung bleibt deutlich hinter dem selbst gesteckten Ziel zurück, 375.000 neue Wohnungen zu bauen. Sie schaffe mehr Stolper- als Ecksteine, kommentiert die Immobilienwirtschaft.

Die Bundesregierung wird ihr Ziel von 375.000 neuen Wohnungen in diesem Jahr nach Prognose der privaten Immobilienwirtschaft klar verfehlen. Die Zahl werde nur geringfügig über 250.000 liegen, sagte der Branchenverband BFW am Donnerstag nach der Konjunkturumfrage unter 1600 mittelständischen Mitgliedsunternehmen voraus.

„Obwohl die Politik den Wohnraummangel als größte soziale Frage unserer Zeit erkannt hat, schafft sie mehr Stolpersteine als Ecksteine für den Wohnungsbau“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der privaten Immobilienwirtschaft (BFW), Andreas Ibel. Fast 70 Prozent der befragten Unternehmen beklagten demnach, dass sich die Rahmenbedingungen für den Neubau im vergangenen Jahr weiter verschlechtert hätten.

Um das Ziel der Bundesregierung zu erreichen, müssten die Baufertigstellungen um 50 Prozent je Jahr steigen. Der Neubau werde aber durch den Mangel an Baugrundstücken und Fachkräften sowie bürokratische Hindernisse gebremst, hieß es im Verband. Als größte Hürde nannten 95 Prozent der Befragten die fehlende Verfügbarkeit von Baugrundstücken.

Auch fehlende Kapazitäten in Unternehmen drohen zum immer größeren Hemmnis für den Neubau zu werden, erklärten mehr als zwei Drittel. „Der Mangel an Fachkräften wird noch dadurch verschärft, dass wir durch den Anstieg der bauordnungsrechtlichen Vorgaben immer mehr Experten benötigen“, sagte Ibel. „Wenn die Politik das Bauordnungsrecht endlich entschlacken und vereinfachen würde, könnten wir mit den gleichen Kapazitäten viel mehr bauen.“

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag anvisiert, bis 2021 rund 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen – das wären 375.000 pro Jahr.

Quelle: Reuters
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot