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FAZ plus ArtikelEin Tüftler im Interview

„Viele Hersteller wollen nicht, dass wir reparieren“

Von Stefan Tomik
 - 13:27
Der kocht gleich wieder: Gauster repariert ein Thermomix-Gerät.zur Bildergalerie

Herr Gauster, Sie haben vor einigen Monaten Ihr Elektrogeschäft in Dannenberg an der Elbe geschlossen und sich ganz auf Reparaturen spezialisiert. Wie kam das?

Schon in der Ausbildung impfte mein Meister mir ein: verkaufen, verkaufen, verkaufen! Statt zu reparieren. Es ging allein darum, den Umsatz zu steigern. Die meisten Geschäfte machen es heute noch so. Aber das ist überhaupt nicht nachhaltig, und ich konnte es irgendwann auch nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren.

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Einfach mal selbst reparieren!

Im laufenden Jahr werden nach Schätzungen weltweit etwa 50 Millionen Tonnen Elektroschrott entstehen. Allein in Deutschland fielen 2016 laut Angaben des Global E-Waste Monitors 1,9 Millionen Tonnen an. Das sind 22,8 Kilogramm je Einwohner. Elektrogeräte werden unter hohem Energieaufwand produziert. Da schon die Herstellung etwa eines Kühlschranks eine enorme Menge Kohlendioxid freisetzt, ist Reparieren viel nachhaltiger als Entsorgung und Neukauf. Das gilt meistens sogar, wenn der neue Kühlschrank im laufenden Betrieb weniger Strom verbraucht als der alte. Auch enthalten Elektrogeräte – vor allem Smartphones, Tablets und Laptos – wertvolle Rohstoffe, deren Abbau gravierende Umweltprobleme verursacht. Insbesondere Edel- und Sondermetalle können beim Recycling jedoch nur unzureichend zurückgewonnen werden.

Rund ums Reparieren ist mittlerweile eine weltweite Bewegung entstanden. In Hunderten Städten werden regelmäßig Repair Cafés organisiert. Diese Initiative entstand 2009 in den Niederlanden. Verbraucher bringen ihre defekten Geräte mit, die sie unter Anleitung von ehrenamtlichen Helfern selbst reparieren. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen. Im vergangenen Jahr wurden in 1653 Repair Cafés weltweit schätzungsweise 350.000 Geräte vor der Verschrottung gerettet. Die meisten Menschen brachten Kaffeemaschinen mit, aber auch Staubsauger, Fahrräder, Lampen, Kleidung und Laptops. Oft lassen sich Reparaturen mit einfachen Mitteln bewerkstelligen. In vielen Fällen reicht es bereits aus, das Gerät zu entkalken, zu reinigen oder zu schmieren.

Auch die gemeinnützige Forschungsgesellschaft Anstiftung fördert Reparaturevents und betreut das Netzwerk Reparatur-Initiativen. Im kommenden Jahr wird Lars Gauster für die Anstiftung wieder Reparatur-Workshops leiten. Orte und Termine werden noch festgelegt.

Quelle: F.A.Z. Woche
Stefan Tomik - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Stefan Tomik
Redakteur in der Politik.
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