FAZ plus ArtikelRessourcenschutz

EU-Vorgaben für Haushaltsgeräte

Von Hendrik Kafsack
01.10.2019
, 19:10
Die Europäische Kommission schnürt ein neues Paket für einen verbesserten Energie- und Ressourcenverbrauch. Insbesondere die erleichterte Reparatur von Haushaltsgeräten soll zukünftig sichergestellt werden.

Die Europäische Kommission will die Lebensdauer von Hausgeräten erhöhen und ihren Verbrauch weiter senken. Die Hersteller von Kühlschränken, Waschmaschinen und Geschirrspülern sollen sicherstellen, dass ihre Geräte leicht zu reparieren sind. Ersatzteile sollen je nach Gerät mindestens zwischen sieben und zehn Jahre lang nach dem Verkauf innerhalb von drei Wochen lieferbar sein. Das hat die Kommission am Dienstag in Brüssel vorgeschlagen. Darüber hinaus soll es neue Obergrenzen für den Wasserverbrauch von Wasch- und Spülmaschinen geben. Um sicherzustellen, dass das nicht auf Kosten der Qualität geht, will die Kommission an Mindestanforderungen an die Wasch- und Spülleistung knüpfen. Neue Auflagen für die Energieeffizienz und das Recyceln soll es auch für Bildschirme, Kühlschränke, Elektromotoren, Stromaggregate oder Schweißgeräte geben. Sie sollen leicht zu reparieren und einfach zu recyceln sein.

Paket zum Energie- und Ressourcenverbrauch

Die Vorschläge sind Teil eines Pakets von Detailvorgaben für den Energie- und Ressourcenverbrauch für zehn Produkte. Grundlage dafür ist die umstrittene Ökodesign-Richtlinie, die auch Basis für das „Glühbirnenverbot“ war. Für Kritiker ist die Richtlinie Paradebeispiel für das „Hineinregieren“ der EU in den Alltag der Menschen. Befürworter wie die Bundesregierung argumentieren, ohne Detailvorgaben für das Ökodesign passe sich die Industrie nicht schnell genug an die Erfordernisse des Klimaschutzes an. Energiekommissar Miguel Arias Cañete bezeichnete das Ökodesign am Dienstag als „Schlüsselelement bei der Bekämpfung des Klimawandels und direkten Beitrag zur Verwirklichung der Pariser Klimaziele“. Die Generaldirektorin des europäischen Verbraucherschutzverbands Beuc, Monique Goyens, lobte die neuen Anforderungen. Momentan gingen viele Geräte zu schnell kaputt. „Der Trend zum Wegwerfen, der ein Loch in die Taschen der Verbraucher reißt, muss ein Ende finden.“

Testen Sie unsere Angebote.
Jetzt weiterlesen.

Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Hendrik Kafsack
Hendrik Kafsack
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot